• Es gab in dieser Woche reichlich Sonntagsfragen und dabei doch einige Überraschungen. So haben in Berlin sowohl CDU als auch SPD in der Wählergunst gewonnen, bleiben allerdings mit 19 bzw. 16% hinter den Grünen (21%) und den Linken (20%) zurück, wobei - dritte Überraschung - die Grünen zwei Punkte verloren haben.


    Die AfD will in Brandenburg stärkste Partei werden. Momentan liegt sie aber nur - wenn auch knapp - mit 19% auf Platz 3, hinter CDU und SPD, die beide auf 21% kommen. Überhaupt ist die AfD überall auf dem Rückzug, mit Ausnahme Bremens. Hier legt sie zwei Punkte zu und kommt auf 8%. Fast wundert es mich, dass die AfD hier vergleichsweise klein ist, war doch zumindest Bremerhaven früher eine DVU-Hochburg. Eine Umfrage, die die Unterschiede zwischen Bremen und Bremerhaven zeigt, wäre sicher mal interessant. Generell kann man sagen, dass die AfD im Norden eher schwächer ist. In Schleswig-Holstein liegt sie mit 7% so niedrig wie sonst nirgendwo, außer im benachbarten Hamburg, wo sie ebenfalls auf 7% kommt.


    Unter den 7% der Sonstigen wird eine Partei mit dem Namen BVB mit 4% extra ausgewiesen. Ich dachte nanu? Der BVB macht in Politik, und das in Brandenburg und nicht in NRW? Nein, natürlich nicht. BVB steht für Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen/Freie Wähler. Bei der Landtagswahl 2014 errang sie sogar ein Direktmandat im Wahlkreis Teltow-Fläming III (27%), weshalb die Fünf-Prozent-Hürde für sie nicht galt und die Partei mit 3 Abgeordneten in den Landtag einzog.


    In Baden-Württemberg bleiben die Grünen mit 33% die mit Abstand stärkste Kraft. Alle anderen Parteien verlieren hier, mit Ausnahme der FDP, die mit 9% jetzt gleichauf mit der SPD liegt. Und die Sonstigen, die sich mit 7% mehr als verdoppeln!

  • Der Anbiederungskurs der AFD an die Altparteien und deren Verbündeten - dem "sogenannte Verfassungsschutz" - hat nichts gebracht.

    Im Gegenteil - es hat die innerparteiliche Zerfleischung gefördert.

    Die AFD hat hoffentlich begriffen, daß dieses gleichgeschaltete Kartell aus Parteien und Verfassungsschutz nur daran interessiert ist, eine Konkurrenz zum Verschwinden zu bringen.

  • Der Anbiederungskurs der AFD an die Altparteien und deren Verbündeten - dem "sogenannte Verfassungsschutz" - hat nichts gebracht.

    Im Gegenteil - es hat die innerparteiliche Zerfleischung gefördert.

    Was heißt "sogenannter" Verfassungsschutz. Er wird nicht nur so genannt, er ist auch einer. Außerdem verlief die Anbiederung eher umgekehrt, zumindest was die Union angeht. Dass die AfD nun grüne Themen aufgreift, kann man ja nun wirklich nicht sagen.


    Und wer nicht weiß, was gleichgeschaltet bedeutet, sollte das Wort besser nicht verwenden. ;)

  • Was heißt "sogenannter" Verfassungsschutz. Er wird nicht nur so genannt, er ist auch einer. Außerdem verlief die Anbiederung eher umgekehrt, zumindest was die Union angeht. Dass die AfD nun grüne Themen aufgreift, kann man ja nun wirklich nicht sagen.


    Und wer nicht weiß, was gleichgeschaltet bedeutet, sollte das Wort besser nicht verwenden. ;)


    Was heißt "sogenannter" Verfassungsschutz. Er wird nicht nur so genannt, er ist auch einer. Außerdem verlief die Anbiederung eher umgekehrt, zumindest was die Union angeht. Dass die AfD nun grüne Themen aufgreift, kann man ja nun wirklich nicht sagen.


    Und wer nicht weiß, was gleichgeschaltet bedeutet, sollte das Wort besser nicht verwenden. ;)

    Gleichgeschaltet bedeutet für mich, wenn der Staatsfunk, die Privaten und die Presse ein-und derselben Meinung sind.


    Da du ja auch in Berlin wohnst, hast du sicher mitbekommen, welch ein Medienaufstand z.Zt. über "fremdenfeindliche Aktionen" in Marzahn und Neukölln??? es gibt.


    Ich habe mir mal die Erklärung der Mediensprecherin von der österreichischen Regierung in Bezug auf die häufigen Frauenmorde gespeichert:


    Hier der Original-Kommentar der Staatssekretärin Edtstadler



    "Am 8. Januar ersticht ein Österreicher türkischer Herkunft in Amstetten seine Ehefrau vor den Augen der drei gemeinsamen Kindern

    Am 9. Januar ermordet ein Österreicher in Krumbach seine ehemalige Freundin mit einem Messer

    Am 13. Januar wird die Leiche einer 16jährigen in einem Park in Wiener Neustadt erdrosselt aufgefunden, der 19jährige syrische Ex-Freund wird als dringend Tatverdächtiger festgenommen

    Am 15. Januar ersticht ein junger Spanier somalischer Herkunft seine ältere Schwester im Wiener Hauptbahnhof

    Am 21. Januar ersticht ein 36jähriger Mazedonier seine Ehefrau auf dem Parkplatz eines Supermarkts in Tulln"


    Das nenne ich eine pluralistische Berichterstattung ohne die gefahr einer Spekulation


    Ich erlaube mir außerdem, dich als hochgeschätzten Kollegen mit einem Link der NZZ zu beglücken, wo Springers Döpfner wohl versehentlich einige Wahrheiten ausspricht


    https://www.nzz.ch/feuilleton/…journalistisch-ld.1457143

  • Ja, es ist ein Unterschied, ob jemand die Wahrheit sagt oder lügt. Und einigen fehlt zweifellos das Talent, beides auseinanderzuhalten. Und weiteren geht gänzlich das Talent ab, die Sache richtig einzuordnen. Alle Deutschen sind keine Nazis, aber alle Ausländer sind Mörder.


    Keine weiteren Fragen... ;)

  • Die SPD ist wieder die Nr. 2

    Allerdings nicht in allen Umfragen. Die Diskrepanzen zwischen den Instituten Forsa und Emnid werden immer größer. Erklären kann ich mir das nicht so recht, zumal es heißt, dass die Fehlertoleranz bei großen Parteien bei etwa 3,7 bis 4% liege. Bei den Grünen liegt sie bei 6%, zumindest der Unterschied zwischen den beiden Umfragen: 21% bei Forsa, 15% bei Emnid. Geht man von den 3-4% aus, so müsste das wahre Wählerpotenzial bei etwa 17-18% liegen.


    Auch bei den kleineren Parteien gibt es extreme Unterschiede. Die Linke kommt bei Forsa nur noch auf 6%, Das ist der niedrigste Stand seit dem 08.08.2012! Bei Emnid steht die Linke hingegen zweistellig, bei 10%., was sogar noch ein Plus von 1%p bedeutet.


    Durch die großen Unterschiede ist die SPD mit 19% bei Emnid wieder auf Platz 2 vorgerückt, während sie bei Forsa mit 17% noch deutlich hinter den Grünen zurückliegt. Einheitlich ist dabei allerdings der Trend: In beiden Instituten wurde ein Plus von 2%p ermittelt.


    Während die Union bei Emnid unverändert bei 30% bleibt, schmiert sie bei Forsa um 2 Punkte auf 29% ab. Die FDP kommt bei Forsa auf 10, bei Emnid nur auf 8%. Die geringsten Unterschiede sind bei der AfD zu sehen. In beiden Umfragen bleibt sie unverändert auf 13% (Emnid) bzw. 12% (Forsa).


    Wirklich einheitlich sind nur die Sonstigen - bei beiden 5%. :thumbup:


    Deutlich wird das auch bei der neuesten Umfrage in Baden-Württemberg. 11 Tage nach Forsa hat dort INSA mal gefragt. Demnach legt die Union um stolze 4%p zu und kommt auf 27%. Auch die SPD erzielt ein Plus von 4%p gegenüber der Forsa-Umfrage und erreicht 13%. Die Grünen verlieren - ebenfalls 4 Punkte - und kommen auf 29%, sind aber weiter stärkste Partei. Die Linke verliert einen Punkt auf 4%, auch die AfD büßt einen ein und kommt auf 12%. Nur die FDP bleibt mit 9% unverändert.


    Legt man die INSA-Umfrage zugrunde, würde die SPD, wenn heute Landtagswahl wäre, nach langer Zeit tatsächlich mal wieder ein Plus einfahren, wenn auch nur um 0,3%p. :thumbup:


    In Niedersachsen brechen die Grünen geradezu weg und kommen nur noch auf 17% bei Forsa. Im November waren es bei Infratest dimap noch 24%.


    Bei aller Uneinheitlichkeit lässt sich doch zumindest das Fazit ziehen, dass die SPD mit ihren sozialpolitischen Vorhaben punktet. Der Vorteil: Sie wird nicht mehr als Unions-Anhängsel gesehen. Der Nachteil: Das Regieren dürfte schwieriger werden.

  • Eigentlich sollten solche Fragen repräsentativ sein. Ob da Fehler gemacht werden oder ob die Befragten schlichtweg lügen, wer weiß das schon.


    Einen Vorteil hat's: Das Wählen lohnt sich, weil niemand sicher sein kann, dass "seine" Partei es auch ohne seine Stimme schafft.

  • Zitat

    Eigentlich sollten solche Fragen repräsentativ sein. Ob da Fehler gemacht werden oder ob die Befragten schlichtweg lügen, wer weiß das schon.

    Bei großen Parteien liegt die Fehlertoleranz bei +/- 3%, bei kleinen bei +/- 1,5%. Man darf auch nicht vergessen, dass die Umfragen nicht unbedingt unabhängig sind, sondern ggf. im Auftrag erfolgen, also auch ergebnisorientiert sein können. Des weiteren geben die Wähler unterschiedlicher Parteien unterschiedlich gerne konkret Auskunft über ihr Wahlverhalten. Und dazu kommt noch, dass die Umfragen selbst wieder Entscheidungen beeinflussen usw. Das konnte man bei der bayerischen Landtagswahl sehr schön sehen, weil die desaströsen Umfrageergebnisse der CSU ganz offensichtlich sehr viele Nichtwähler motiviert hat, doch zur Wahl zu gehen, was der CSU letzten Endes einige Prozentpunkte gebracht hat.

  • Die Sonntagsfragen von Forsa und Emnid haben sich zum Teil wieder angenähert. Unterschiede bleiben aber, so verbessert sich die Union bei Forsa auf 30%, bei Emnid fällt sie auf 29%. Die SPD verliert bei Forsa einen Punkt und kommt auf 16%, drei Punkte weniger als bei Emnid.


    Die Umfragen für die Grünen rücken ein wenig zusammen. :D Das liegt daran, weil Forsa die Grünen im Minus sieht (20%, -1), Emnid dagegen im Plus (16%, +1). Auch die Linke rückt wieder zusammen: Bei Emnid einen weniger auf 9%, bei Forsa einen mehr auf 7%. Einheitlich zeigt sich die AfD, weil bei beiden unverändert (13% Emnid, 12% Forsa) und die FDP, die als einzige Partei bei beiden Instituten gleichauf liegt (9%).

  • In den aktuellen Umfragen stabilisieren sich die großen Parteien wieder. Sie steigen in der Wählergunst oder fallen zumindest nicht ab. Die AfD scheint - zumindest vorübergehend - auf dem Rückmarsch zu sein. Erklären kann ich mir das aber nicht mit der guten Arbeit der Groko, sondern eher damit, dass die Wählerinnen und Wähler selbst erschrocken sind, was sie erreichen können, wenn sie ehrlich wählen.


    Und das sollten sie ruhig weiterhin tun.

  • Die letzte INSA-Umfrage ist vom 03.03.


    Ergebnis:


    29% CDU/CSU [+/- 0]

    17% SPD [+ 3%]

    15,5% Grüne [-1,5%]

    14,5% AfD [-0,5%]
    10% Die Linke [+/- 0]
    10% FDP [+/- 0]
    4% Sonstige [+/- 0]


    Die SPD erholt sich auf wunderbare Art und Weise. Die CDU bleibt auf wunderbare Art und Weise so weit oben. Die Grüne sind wieder ungefähr auf dem Niveau vor dem Hype im Rahmen der Bayernwahl. Den leichten Rückgang der AfD ist wohl durch die Verfassungsschutzgeschichten zu erklären.

    Ich bin mal gespannt wie sich das alles im Rahmen der Artikel 13 Geschichte noch entwickelt und was für Geschütze noch bis zu den Wahlen in Mitteldeutschland aufgefahren werden. Das wird noch ein ereignisreiches Jahr. Ich hoffe, wir kommen alle gut durch dieses Jahr.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Die SPD erholt sich auf wunderbare Art und Weise. Die CDU bleibt auf wunderbare Art und Weise so weit oben.

    Wunderbar oder wundersam? ^^


    Zitat

    Den leichten Rückgang der AfD ist wohl durch die Verfassungsschutzgeschichten zu erklären.


    Das glaube ich eher nicht. Normalerweise müsste das die AfD in eine Märtyrerrolle bringen. Es wird tatsächlich so sein, dass einige Entwicklungen zumindest ein Stück zurückgefahren werden. Der Trend ist gestoppt. Ob sich ein neuer entwickelt, bleibt abzuwarten.

  • Wundersam bleiben auch die Umfrageergebnisse. Vor allem, wenn man die Umfragen für Bundestags- und Europawahlen vergleicht.


    So schwanken die Grünen im Bund zwischen 16% (Emnid) und 19% (Forsa). Auch die Werte für SPD und AfD liegen noch um 2%p auseinander, was aber sicher okay ist.


    Die neueste Umfrage der Europawahl bringt wieder völlig andere Zahlen: Die CDU kann im Bundestrend teilweise deutlich zulegen, sogar in Berlin erreicht sie 20%. :thumbup:Aber bei der Europawahl bricht die Union geradezu weg, fällt von 33 auf 29%. Auch die Grünen schmieren von 19 auf 15% ab. Die FDP macht einen Satz von 6 auf 9,5%, die AfD legt 2 Punkte zu, die Linke einen. Die SPD folgt den Trend auf Bundesebene und verliert wieder.


    In Berlin können sich die Grünen immer noch verbessern. Hier liegen sie bei 22% und bleiben damit stärkste Kraft. Es folgt die CDU mit den erwähnten 20%, die Linke mit 18%, die SPD mit 17%, die AfD mit 11% und die FDP mit 7%. Der Rest kommt auf 5%. Rot-rot-grün hätte trotz Stimmenverluste immer noch eine breite Mehrheit. Eine Mehrheit im Bund hätte die Groko nur bei Emnid, nicht bei Forsa.

  • Gerade was die Grünen betrifft, ist Deutschland ein Sonderfall.

    Im restlichen Europa sieht das anders aus - besonders in Österreich.

    Für die Rechtsfraktion wäre ein Rausschmiss der Fidez aus der konservativen Partei ein Glücksfall

  • Ich stelle fest, dass die Sonntagsfragen bezüglich Bundestags- und Europawahl doch stark auseinandergehen. Offensichtlich ist es doch für einige ein Unterschied, was gewählt wird. Das sollte auch so sein, weil die Bundesregierung in diesem Jahr nicht zur Wahl steht. Im Wahlkampf dürfte sich das aber nicht unbedingt niederschlagen.


    Ich liste einfach mal nacheinander die Sonntagsfragen von Emnid und Forsa sowie die der Europawahl der Forschungsgruppe Wahlen auf:


    Union 31% - 31% - 35%

    SPD 16% - 15% - 18%

    Grüne 17% - 19% - 18%

    FDP 8% - 10% - 7%

    Linke 9% - 7% - 6%

    AfD 13% - 12% - 9%

    Sonstige 6% - 6% - 7%.


    Man sieht, dass die großen Parteien eine größere Zustimmung bei der Europawahl haben, wobei die Union für Europa deutlich zulegt und die SPD leicht verliert. Die AfD fällt auf einstellige Werte zurück, was seit der letzten Europawahl nicht mehr der Fall war. Wäre heute Europawahl, könnte die AfD das Ergebnis also trotzdem als Erfolg verbuchen, Verluste gäbe es nur bei der SPD und der Linken.