Synchronisierte Filme in Deutschland 1930-1945

  • Ich möchte ein neues Thema eröffnen - nämlich über die zahlreichen ausländischen Filme, die bereits bis 1945 in Deutschland synchronisiert wurden.


    Ich sehe gerade wieder einen solchen Film - nämlich den italienischen


    "Alarm im Warenhaus" 1940


    Vittorio de Sica wurde von Wolfgang Staudte synchronisiert - Bruno Fritz war ebenfalls dabei.


    Bemerkbar die äußerst sorgfältige Synchronisation, was besonders den Vorspann betrifft.
    Heute wird sich keine Mühe mehr damit gegeben - man übernimmt einfach den Original-Vorspann.


    Weitere Vorkriegs-Synchronisationen:


    Südsee-Nächte (1939) Original: Honolulu
    Heidi (1937) mit Shirley Temple
    Mord am Weihnachtsmann 1941
    Meuterei auf der Bounty 1935 - Charles Laughten wurde von Erich Ponto synchronisiert
    und
    Schneewittchen (1937) - Paula Wessely war die deutsche Stimme von Schneewittchen.

  • Der Film "Zwei Ritten nach Texas" (Originaltitel: Way out west) (1937) wurde im Erscheinungsjahr deutsch synchronisiert. Stan Laurel wurde dafür erstmals von Walter Bluhm synchronisiert, der später sein Stammsprecher wurde. Oliver Hardy wurde von Will Dohm synchronisiert. Der Film wurde damals unter dem Titel "Ritter ohne Furcht und Tadel" gezeigt. Bei der DVD-Veröffentlichung wird meines wissens allerdings eine neuere, synchronisierte Fassung verwendet. Der Film wurde 3 mal neu synchronisiert.
    Wo sich die Originalsynchronisation von 1937 jetzt befindet, ist mir leider nicht bekannt

  • Ich mache mal hier weiter, weil es sich ja um einen Trickfilm handelt:


    Auf youtube gibt es Vergleiche zwischen der Synchronfassung von 1938 und 1994, also muss die 1938er Tonfassung vorliegen:


    Und ja, Paula Wessely scheint wohl definitv nicht an der ersten Synchronisation beteilgt gewesen zu sein, wenn man dem neuesten Stand der Forschung glauben darf.

  • Habe eine DVD (keine Kauf-DVD) des Films mit 4 verschiedenen Fassungen darauf. Siehe Foto unten: ;) Inkl. der 1938 Fassung mit Paula Wessely als Schneewittchen...

  • Habe aber in diversen Foren gelesen, dass in der 38er Synchro "angeblich" das Schneewittchen nicht von Paula Wessely gesprochen wird. Im Film singt das Schneewittchen ja oft und das hat natürlich jemand mit einer Gesangsausbildung gesungen. Das ist bekannt. Aber um Wessely streiten sich die Geister.


    http://215072.homepagemodules.…e-sieben-Zwerge-DF-3.html


    http://www.trickfilmstimmen.de/analyse/analyse5.htm


    Kann mir alles vorstellen aber für mich könnte es auch genauso Wessely sein wenn sie sie ihre Stimme höher verstellt hat. Habe da leider keine Ahnung. Die Diskussion darüber ist erst danach erstanden als ich die 38er Fassung schon hatte. Habe sie glaube ich seit 2010.



    In der deutschen Synchronkartei sind Wessely und Mayen gelistet:


    (Pinto Colvig) Ernst Legal -Brummbär

    (Roy Atwell) Otto Wallburg -Chef

    (Harry Stockwell) Karl Schmitt-Walter -Der Prinz

    (Moroni Olsen) Aribert Wäscher -Der Zauberspiegel

    (Lucille La Verne) Dagny Servaes -Die böse Königin

    (Billy Gilbert) Ernst Legal -Hatschi

    (Scotty Mattraw) Aribert Wäscher -Pimpel

    (Pinto Colvig) Aribert Wäscher -Schlafmütz

    (Adriana Caselotti) Herta Mayen -Schneewittchen (Gesang)

    (N. N.) Paula Wessely -Schneewittchen (Sprache)

    (Eddie Collins) [Originalton] -Seppl



    und dann wieder so in dieser Besetzung:


    http://www.trickfilmstimmen.de/features/snowwhite.htm


    Habe wirklich keinen Plan. Die Tochter von Wessely: Christiane Hörbiger hat auch mal bestätigt dass ihre Mutter das Schneewittchen gesprochen hat.


    "Wer mit seinem Volk nicht Not und Tod teilen will,
    der ist nicht wert, dass er mit ihm lebe."

    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)


  • Bei Wikipedia kann man dazu folgendes lesen:


    ..."1938 übernahm sie die Sprechrolle des Schneewittchens in der ersten deutschen Fassung des Walt Disney Films Schneewittchen und die sieben Zwerge. Die Gesangsstimme hingegen wurde von Herta Mayen, evtl. auch von Lucienne Dugard, übernommen. Diese Version wurde 1938 in Wien uraufgeführt, nach dem „Anschluss Österreichs“ an das „Dritte Reich“ umgehend gesperrt, jedoch im Jahre 1948 wieder aufgeführt. Die deutsche Premiere erfolgte 1950 in Köln. Diese Version wurde letztmals 1957 in Deutschland und Österreich, sowie 1985 in der DDR gezeigt. 1966 entschloss sich der Disneykonzern zu einer Neusynchronisation. Die Wessely-Fassung ist in London gelagert, ist jedoch nie wieder veröffentlicht worden."... (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Paula_Wessely)


    "Wer mit seinem Volk nicht Not und Tod teilen will,
    der ist nicht wert, dass er mit ihm lebe."

    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)


  • Wieder eine andere Quelle sagt das:


    ..."Ob Schneewittchen in Österreich noch vor dem „Anschluss“ im März 1938 öffentlich das Licht der Projektoren erblickt hat, scheint nicht belegbar.) Die berühmte Mimin vom Wiener Burgtheater, Paula Wessely, spricht hier Schneewittchen. Die beiden Folgenden liehen ebenfalls ihre Stimmen: die Opernsängerin Hildegard Ranczak (1895—1987) der bösen Königin und Otto Wallburg (1889—1944) dem Oberzwerg „Chef“. Die Lieder sangen Herta Mayen und Karl Schmitt-Walter. Diese Fassung ist ab 1950 auch im westlichen Nachkriegsdeutschland zum Einsatz gekommen. Die natürlich in Teilen merkliche österreichische Sprachfärbung hat womöglich die zweite, „kindgerechtere“ deutsche Synchronfassung mit ins Leben gerufen, die für die westdeutsche Wiederaufführung 1966 entstand. Sangen die Zwerge zuerst „Juchhei, Juchhei, die Arbeit ist vorbei“, hieß es dann erstmals „Hei ho, hei ho “ (siehe Fußnote). Immerhin werden die Lieder durch Susanne Tremper (Schneewittchen) und René Kollo (Prinz) ebenfalls sehr gut interpretiert. 1994 ist anlässlich der ersten Videoauswertung (auf VHS-Kassette) dann nochmals eine weitere, die dritte, besonders wenig inspirierte deutsche Synchronfassung angefertigt worden. Schneewittchen wird hierdurch, entgegen Walt Disneys ausdrücklichen Intentionen, unglücklicherweise nochmals ein Stück näher zum reinen Kinderfilm gedrängt.


    Leider misst man bei der deutschen Disney-Dependance derartigen nationalen Besonderheiten der Rezeptionsgeschichte offenbar wenig Bedeutung bei. Es ist schon kaum verständlich, dass man sich für die schwächste Synchronfassung zum Aufpolieren entschieden hat. Dass darüber hinaus nicht die beiden übrigen Versionen zumindest in sauberem Mono zum Vergleich den Weg in die Edition gefunden haben, ist gelinde gesagt bedauerlich. ..." (Quelle: https://cinemusic.de/2009-4502…n-zwerge-diamond-edition/)


    "Wer mit seinem Volk nicht Not und Tod teilen will,
    der ist nicht wert, dass er mit ihm lebe."

    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)