Früh verstorbene Stummfilm- und UFA-Schauspieler

  • Ich habe gerade mal getestet wie gut unsere Themen bei google gefunden werden und das Thema zu den noch lebenden Ufa Stars ist an stelle 2 nur wenn man nach ufa stars sucht. Der Grund, wieso immer wieder Nutzer das Thema finden - super!


    in dem Zuge bin ich auf diesen Radiobeitrag (hab ihn noch nicht angehört) über die früh verstorbene Renate Müller entdeckt: http://www.br.de/radio/bayern2…n/renate-mueller-100.html

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Ich habe gerade mal getestet wie gut unsere Themen bei google gefunden werden und das Thema zu den noch lebenden Ufa Stars ist an stelle 2 nur wenn man nach ufa stars sucht.


    Bei mir ist es auch ganz oben gekommen, an dritter Stelle. Aber wird das nicht auch davon beeinflusst, wie oft man die entsprechenden Stichworte eingibt?

    An actor remembers his first piece of published praise. It is written on his heart. (Conrad Veidt)

  • Das kommt glaube ich darauf an, wie man es bei google einstellt. Also es gibt - soweit ich weiss - eine Einstellung die sich an die Gewohnheiten richtet, sodass die Suchergebnisse personenspezifisch angezeigt wurden. Und es gibt eine allgemein Suche. So habe ich es mal gehört.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Margarethe Koeppke war eine jener Darstellerinnen, die am Anfang einer großartigen Karriere gesehen wurden. 1930 war sie in Einbrecher zu sehen und hatte schon Zusagen für weitere Rollen, aber bevor es dazu kam, beging sie im September 1930 Selbstmord.


    An actor remembers his first piece of published praise. It is written on his heart. (Conrad Veidt)

  • Sieh an, an die Margarethe Köppke hatte ich überhaupt nicht mehr gedacht.
    Ein neuer Name wäre Helga Zülch (1920-1949):

    In Rotraut Richters letztem Film Wozzeck spielte sie die Hauptrolle. Sie stand kurz vor dem Durchbruch, ihr letzter Film trug auch den hoffnungsvollen Titel "Vor uns liegt das Leben", doch dann starb sie bei einem Autounfall.

  • "Schauspieler die nicht alt gewporden sind, hinterlassen meist einen
    gewissen Mythos. Oft auch die Jugendlichkeit, die sie ausgestrahlt haben
    und die so unverblasst geblieben ist." (Vogel Specht)


    Das finde ich auch. Es bleibt unglaublich viel Raum für eigene Phantasien

    Ich möchte mein eigenes Zitat hier allerdings noch etwas ergänzen:
    Ich weiß natürlich dass ich hier fleißig mitschreibe. Und es soll wirklich kein moralischer Zeigefinger sein. Eigentlich ist es eher ein Impuls, aus dem ich schreibe.
    Ich meine aber, es droht bei Themen wie unserem hier auch immer ein wenig die Gefahr, den Tod zu romantisieren. Nachdem wir von den entsprechenden Stars von Anfang an wissen wie jung sie gestorben sind, verbinden wir ihre Namen und Bilder damit. Aber man blendet dabei natürlich auch aus, dass es sich beim Tod um eine harte Realität handelt, die so natürlich bei den Schauspielerinnen und Schauspielern "nicht im Drehbuch stand" - bei Margarete Koeppke keine unglückliche Liebe, an der sie zerbrochen ist, genauso wenig wie eine brennende Stichflamme, die Lucie Kieselhausen umgebracht hat und sie und ihre Familie vollkommen unvorbereitet getroffen hat.
    Auf der anderen Seite ist natürlich auch klar, wer in der Öffentlichkeit steht, steht komplett in der Öffentlichkeit, nicht nur teilweise oder (beim Theater oder Film) auf Rollen beschränkt. Ein Bekannter hat mir mal gesagt, aus diesem Grund sei das Geld, das man als Star verdient, immer auch "Schmerzensgeld". Ich finde, unrecht hat er damit nicht.

  • Christa Tordy (1904-1945) ist mir noch eingefallen. Sie war die Cousine von Mady Christians und die Ehefrau von Harry Liedtke. Allerdings spielte sie nur in 8 Filmen mit. Als sie Liedtke heiratete, beendete sie ihre Schauspiellaufbahn. Im April 1945 überschlugen sich dann die dramatischen Ereignisse: nach einem missglückten Selbstmordversuch wurde das Ehepaar durch eindringende, sowjetische Soldaten bedroht, welche Christa Tory vergewaltigen wollte. Als sich Liedtke schützend vor seine Ehefrau stellte, soll er von diesen mit einer Bierflasche erschlagen worden sein. Wenig später wurde auch Christa Tordy ermordet.

  • Olaf Brill geht in Der Caligari-Complex übrigens recht ausführlich auf Gilda Langer ein:



    "Zeitgenössiche Berichte kennzeichnen sie als atemberaubende Schönheit, die alle Männer bezauberte, ein quirliges Wesen mit wunderschönen Augen und einem unbezähmbaren Haarschopf ... Das später von Luft verbreitete Gerücht, sie sei auch noch lesbisch gewesen, verstärkt das Bild der unwiderstehlichen Circe: Langer verführte nicht nur Männer, sondern auch Frauen. Ihr früher Tod im Jahr 1920, kurz bevor CALIGARI ins Kino kam, steht in hartem Gegensatz zu ihrer Jugend und Schönheit, erhöht diese im Nachhinein und umweht Langers Lebensgeschichte mit Tragik. Edgar Allan Poe hat den Tod einer schönen Frau einmal das poetischste Thema der Welt genannt, ..." (Olaf Brill, Der Caligari-Komplex (München, 2012), S. 145).
    An Gilda Langers Mythos wurde nach ihrem Tod fleißig gestrickt, aber zumindest in Ansätzen trifft Brills Einschätzung bestimmt auf viele Schauspielerinnen zu, die wir hier genannt haben.

    An actor remembers his first piece of published praise. It is written on his heart. (Conrad Veidt)

  • Stimmt! :) Allerdings haben die beiden - im Gegensatz zu Gilda Langer - keine Homepage.


    Olaf Brill scheint übrigens ein richtiger Gilda Langer-Fan zu sein. Auf www.gildalanger.de sieht man auch ein Foto von ihrem Grab. Er hat es zusammen mit zwei Freunden auf dem Stahnsdorfer Friedhof entdeckt:
    http://gildalanger.de/grab-1.htm


    Schade, dass man sich das Filmfragment mit ihr, das vor einigen Jahren gefunden wurde, nirgendwo anschauen kann, allerdings vermute ich, dass das auch eine Sache der Rechte ist. Ausstrahlung hatte sie auf jeden Fall. Deshalb würde es mich schon interessieren, was davon in dem Fragment rüberkommt:
    http://gildalanger.de/gilda-5.jpg


    Übrigens habe ich mal ein wenig im Internet nachgeschaut. Es ist überraschend, auf wie vielen Seiten die Geschichte immer noch zu finden ist, sie hätte die Hauptrolle in Das Cabinet des Dr. Caligari erhalten sollen, sei aber vorher gestorben. Es gibt eine Vielzahl an Legenden zu diesem Film, die Olaf Brill in seinem Buch widerlegt.

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  • Lizzi Waldmüller (1904-1945) sollte man unbedingt noch mit nennen.

    Fast jeder kennt sie aus Willi Forsts "Bel Ami" von 1939, wo sie den unvergessenen Schlager "Du hast Glück bei den Frauen, Bel Ami" zum Bestem gibt. Sie fiel dem Bombenhagel zum Opfer.

  • Oh, dass wir sie vergessen würden, hätte ich nicht gedacht. Ich habe geglaubt, wir hätten sie längst genannt :S
    Opfer des Zweiten Weltkriegs gibt es in Deutschland ja zuhauf: Spontan fallen mir Hans Schlenck (1901-1944) , Aribert Mog (1904-1941) und Hermann Braun (1917-1945) ein. Aber das ist jetzt nur reines 'Brainstorming' gewesen.

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  • Hübsche Frau ist die May gewesen :love: .
    Habe jetzt mal mit meiner Mutter "Der Tiger von Eschnapur" von 1937 mit La Jana angesehen. Meine Mutter hat sich furchtbar über sie aufgeregt, und ich muss sagen, sie mag ja eine gute Tänzerin gewesen sein, aber schauspielerisch war sie doch eher eine allesvernichtende Naturgewalt, wenn ihr versteht, was ich meine. Man kauft ihr ihre Rolle leider nicht ab... so schön sie auch gewesen sein mag...

  • La Jana habe ich noch nie gesehen - zumindest nirgendwo, wo sie mir im Gedächtnis geblieben ist, denn Truxa müsste ich eigentlich kennen. Spielt sie immer so schlecht?
    Ich habe auf youtube die Fassung von 1921 gefunden, in der ihre Rolle glaub ich von Lya de Putti gespielt wurde. Es ist allerdings die Frage, ob du dir das antun willst: Englische Zwischentitel und russischen Audiokommentar X(
    https://www.youtube.com/watch?v=y9YbWwkrSyg
    Langs Fassung von 1959 muss ja offenbar auch ein Fall für sich sein. Soviel ich weiß, hat er seine eigenen Filme später nur noch als "Das kindische Grabmal" und "Der Tiger von Dextropur" bezeichnet.

    An actor remembers his first piece of published praise. It is written on his heart. (Conrad Veidt)

  • Ich habe mal einen alten Brief ausgewertet aus den 30er Jahren, ein Brief unter Männern. Einer hat einen Film mit La Jana gesehen und sie sehr positiv erwähnt. Da ging es aber mehr um die Schönheit/Weiblichkeit/ggf. der Tanz, sicher nicht um das schauspielerische Talent - das "Problem" kennen wir ja auch heute noch bei manchen weiblichen Schauspielerinnen.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide