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Registrierungsdatum: 5. Juni 2017

Beiträge: 645

1

Mittwoch, 9. Mai 2018, 19:35

Noch lebende Stummfilmschauspieler des deutschen Films?

Ist eigentlich bekannt, ob es noch lebende Stummfilmschauspieler gibt, die im deutschen Film tätig waren? Oder sind diese mittlerweile alle verstorben? Da ich ja auch im Thema der "Noch lebenden UFA-Stars" immer mehr mitbekomme, wie viele Schauspieler jener Zeit schon verstorben sind, dachte ich, dass es für dieses Thema hier höchste Zeit wird, wenn wir die letzten, noch lebenden Schauspieler dieser, heutzutage leider öffentlich nicht mehr so präsenten, Filmepoche finden möchten.


Leben könnten (vielleicht) noch:

Hermi Lutz (unbekannt-?)
August Wilhelm Keese (unbekannt-?)
Frydell (unbekannt-?)
Molly Stengrit (unbekannt-?)
E.Bots (unbekannt-?)

Die von mir aufgelisteten Namen sind aber sehr unsicher, da ich von allen Darsteller selbst kaum etwas in Erfahrung bringen konnte, und somit auch nicht weiß, ob diese schon verstorben sind. Alle der Darsteller müssten jetzt um die 100 Jahre alt sein, somit weiß ich nicht, wie viel Hoffnung man sich da noch machen kann. Aber es sind bisher die einzigen Spuren, die ich habe. Fallen Euch noch weitere Stummfilmschauspieler ein, von denen Ihr nicht wisst, ob diese noch leben oder schon gestorben sind?


@Conrad
Du forscht, wenn ich das richtig verstanden habe, ja auch zu Stummfilmschauspielern. Sagen die Namen Dir etwas, beziehungsweise, ist Dir da schon etwas bekannt?

Nachtrag: Handelt es sich eventuell um diesen Hermi Lutz? Dann kommen wir leider zu spät (ich bin mir aber auch nicht sicher, weil die Schreibweise anders ist): https://www.findagrave.com/memorial/89238752/hermie-f-lutz
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Conrad

Meister

Registrierungsdatum: 25. Mai 2011

Beiträge: 1 689

2

Donnerstag, 10. Mai 2018, 09:13

Die Namen selber sagen mir nichts. Allerdings habe ich das Thema "lebende Stummfilmschauspieler des deutschen Films" in dem Moment als Volker geschrieben hat, dass Petra Unkel 2001 gestorben ist, für mich abgehakt. Auch aus nervlichen Gründen ;) Die letzte mir bekannte Schauspielerin war Brigitte Borchert, die 2011 hundertjährig gestorben ist. Sie spielte die Hauptrolle in Menschen am Sonntag.

Es leben noch einige Kinderdarsteller, die in Stummfilmen aufgetreten sind, allerdings realistisch gesehen keine deutschen. Hier ist ein Link dazu, wenn auch kein ganz zuverlässiger. Petra Unkel ist da zum Beispiel manchmal aufgeführt und manchmal nicht:
https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_su…ent_film_actors
Es sind aber noch einige wirklich prominente Namen dabei. Auf solche Angaben kann man sich dann schon verlassen, denn es würde bekannt, wenn sie sterben würden.
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Registrierungsdatum: 5. Juni 2017

Beiträge: 645

3

Donnerstag, 10. Mai 2018, 13:01

Zitat von Conrad:

Zitat

"Allerdings habe ich das Thema "lebende Stummfilmschauspieler des deutschen Films" in dem Moment als Volker geschrieben hat, dass Petra Unkel 2001 gestorben ist, für mich abgehakt. Auch aus nervlichen Gründen ;)"
Gibt es in der Forschung nach Stummfilmschauspielern noch mal besondere Herausforderungen, die sehr nervenbelastend sind (weniger Spuren, weniger ausführliche Besetzungslisten, nicht mehr vorhandene Meldeunterlagen, oder ähnliches...)?



Zitat von Conrad:

Zitat

"Es leben noch einige Kinderdarsteller, die in Stummfilmen aufgetreten sind, allerdings realistisch gesehen keine deutschen"
Weiß man das sicher, oder ist aktuell einfach kein Name bekannt?

Falls das noch nicht sicher ist, könnte ich vermuten, dass eventuell noch ein paar Darsteller aus dem Film "Der Kampf der Tertia" (1928) leben könnten. Da haben auch noch ein paar jüngere Kinder mitgespielt, wie man auf manchen Fotos erkennen kann: https://www.filmportal.de/node/8227/gallery

Oder ist Dir bekannt, ob bereits andere Forscher nach den Kinderdarstellern aus dem Film "Der Kampf der Tertia" (1928) geforscht haben?

Aber ich kann Deine Bedenken durchaus verstehen. Immerhin ist die Stummfilmzeit bereits seit etwas mehr als 85 Jahren Geschichte, wie viele von den Schauspielern dieser Zeit noch leben, ist da durchaus eine Frage. Am Ende recherchiert man nur noch Darstellern hinterher, die schon vor langer Zeit verstorben sind. Aber natürlich bleibt die Hoffnung weiterhin bestehen, dass ein paar von ihnen noch leben.

Und da stellt man sich natürlich die Frage: Steckt man viel Arbeit in die Nachforschungen zu noch lebenden Stummfilmschauspielern, die am Ende doch schon verstorben sind, oder forscht man lieber zu noch lebenden Schauspielern der weimarer Tonfilmzeit, beziehungsweise zu Schauspielern der UFA-Epoche, solange da noch mehr Hoffnung besteht?

Über diese Frage denke ich auch schon nach...
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Volker

Anfänger

Registrierungsdatum: 9. November 2017

Beiträge: 59

4

Donnerstag, 10. Mai 2018, 15:15

Kennt ihr eigentlich dieses Werk hier? Ich habe das relativ billig erstanden und war bzw. bin immer noch überwältigt von der Fülle des Materials. Na ja, 916 Seiten! Leider, leider blieb es bei dem einen Band. Wahrscheinlich hat die Recherche den Herausgeber derart geschlaucht... Das hat bestimmt viele Jahre gedauert.

http://www.hhprinzler.de/filmbuecher/fil…marer-republik/
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Registrierungsdatum: 5. Juni 2017

Beiträge: 645

5

Donnerstag, 10. Mai 2018, 18:59

@Volker
Interessant, von dem Buch habe ich bisher noch nichts gehört. Aber wenn ich kein günstiges Angebot finden werde, werde ich mir das Buch wahrscheinlich auch nicht kaufen können. Der Preis ist schon extrem hoch, und wird innerhalb der letzten 25 Jahre noch mal gestiegen sein. Aber der Preis ist auf jeden Fall berechtigt, nach 20 Jahren Recherchearbeit. So ganz ist mir aber nicht klar geworden, worum es bei dem Werk nun geht. Hat der Autor die Bedeutung der Filme analysiert / recherchiert, etc...

Volker, ist Dir bekannt, ob es in Filmforscherkreisen auch Forscher gibt, die recherchieren, ob es noch lebende Stummfilmschauspieler (z.B aus dem Film "Der Kampf der Tertia" (1928) gibt (die meisten Darsteller des Films waren damals noch Kinder)?
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Conrad

Meister

Registrierungsdatum: 25. Mai 2011

Beiträge: 1 689

6

Donnerstag, 10. Mai 2018, 20:46

Ich kenne das Buch auch nicht, aber ich kann mir auch vorstellen, dass es sehr interessant ist.

@ Nostalgie Fan: Es kommt drauf an, was du ausgeben kannst. Antiquarisch ist es gar nicht mal so teuer.
Übrigens: Ich persönlich würde keine Recherche mehr davon abhängig machen ob ein Schauspieler noch lebt oder nicht, sondern davon, ob ich ihn interessant finde. Nachdem niemand ewig lebt, ist es sonst nur umso trauriger, wenn eine "Entdeckung" dann doch stirbt. Das ist der Grund, warum ich nicht mehr nach lebenden Schauspielern suche. Die Liste schrumpft und schrumpft. Oder man glaubt, jemand lebt noch, und in Wahrheit ist die Person schon lange gestorben ohne dass es jemand bemerkt hat.
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Volker

Anfänger

Registrierungsdatum: 9. November 2017

Beiträge: 59

7

Freitag, 11. Mai 2018, 10:49

In dem Buch werden alle deutschen und ausländischen Filme vorgestellt, die 1929 in deutschen Kinos liefen. Jeder Film mit Besetzungslisten - mal mehr, mal weniger. Durch Quellenauswertungen hat man oft mehr Darsteller gefunden, als im Programmheft aufgeführt. Dann natürlich eine Inhaltsangabe, oft auch ein Szenenfoto. Zum Teil recht umfangreich sind die Rezensionen zeitgenössischer Zeitungen etc. Schließlich werden noch - zum Teil sehr umfangreich - weitere Quellen genannt, über die etwas zum entsprechenden Film stand. Jedenfalls sind etliche Filme drin, von denen ich nie was hörte (auch Dokumentarfilme mit Spielszenen etc.)

Ob sich noch jemand mit Stummfilmschauspielern beschäftigt, weiß ich nach dem traurigen Ableben meines Forscherfreundes Erdi nicht mehr. Ich habe für mein persönliches Forschungsthema "Meininger Schauspieler bei Film und Fernsehen" einige relevante Darsteller erforscht aus jener Zeit.
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Quax

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 13. Mai 2010

Beiträge: 3 783

8

Freitag, 11. Mai 2018, 14:42

Dieses Buch ist ein Klassiker weil hier alle Filme aus DEM besten Stummfilmjahr 1929 vorgestellt werden. Sehr detailliert und mit vielen zeitgenössischen Kritiken und Kommentaren. Ein sehr, sehr umfassendes und lückenloses Werk. ;)
"Wer mit seinem Volk nicht Not und Tod teilen will,
der ist nicht wert, dass er mit ihm lebe."

(Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)
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Conrad

Meister

Registrierungsdatum: 25. Mai 2011

Beiträge: 1 689

9

Samstag, 12. Mai 2018, 08:51

Frank hat mir geschrieben, dass es in anderen Ländern - und zwar nicht nur exotischen - solche Bücher für jedes Jahr gibt, nicht nur für 1929. Armes Deutschland :(
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Registrierungsdatum: 5. Juni 2017

Beiträge: 645

10

Samstag, 12. Mai 2018, 11:58

Zitat von Volker:

Zitat

"Ich habe für mein persönliches Forschungsthema "Meininger Schauspieler bei Film und Fernsehen" einige relevante Darsteller erforscht aus jener Zeit."
Von dem Thema wusste ich bisher noch gar nichts. Ist Meiningen ein Stadtteil in Berlin, wo es Film- und Fernsehstudios gab? Tut mir leid, aber ich weiß das wirklich nicht...
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Volker

Anfänger

Registrierungsdatum: 9. November 2017

Beiträge: 59

11

Samstag, 12. Mai 2018, 16:16

Gib mal ins Netz den Begriff „Die Meininger“ ein. Dann wirst
du erstaunt feststellen, dass diese Theatertruppe des Herzogs von
Sachsen-Meiningen das europäische Theater im 19. Jahrhundert revolutioniert
hat. Viele der damals engagiert gewesenen
Schauspieler machten große Karriere – immerhin galten Künstler wie
Albert Bassermann und Josef Kainz teilweise als die größten Schauspieler der
damaligen Zeit. Auch in den folgenden Jahrzehnten waren viele Künstler hier
engagiert, die zum Teil große, teils kleinere Karrieren in oftmals wichtigen
Theatermetropolen vorzuweisen hatten. Hunderte davon waren dann natürlich beim
Stumm- und Tonfilm tätig, man sah und sieht sie in Unmassen von Produktionen
aus West und Ost. Es gibt z.B. schon ehemalige „Meininger“, die in ganz frühen
Stummfilmzeiten diesem Medium ihre Aufmerksamkeit schenkten. Um 1910 und
mindestens einer sogar noch früher! Selbst nach Hollywood verschlug es einige
unserer früheren Künstler. Damals durchaus sehr bekannt war z.B. Gustav von
Seyffertitz – Partner der Garbo und Marlene Dietrich. Der floh sogar direkt aus
Meiningen, weil er soviel Schulden angehäuft hatte….Bassermann war ja auch in
Hollywood aktiv. Stummfilme gab es ja massenhaft. Vielfach natürlich nur eilig
runtergekurbelte Geschichten. Aber wenn man sich mit Stumm- und Tonfilmen etc.
beschäftigt, dann gehört eben auch die Massenware dazu. Und da spielten viele
Schauspieler (zum Teil in Haupt- oder markanten Nebenrollen) mit, die einst
über unsere Bühnenbretter liefen. Jemand wie Walter Schmidthässler hat ja
Unmassen gedreht – als Schauspieler, Autor und Regisseur. Oder Max Ruhbeck! Nur
ein paar Namen noch: Paul Askonas, Rudolf Basil, Ernst Benzinger, Arthur
Bergen, Leo Connard, Max Freiburg, Julius Frucht, sogar ein Veit Harlan hat
sich hier ausgetobt (er galt damals als „revolutionär“ und war mit einer Jüdin
verheiratet), Elisabeth Hruby, Lisl Kehm, John Rappaport, Walter Wolffgram (in
mehreren Filmen Partner von Asta Nielsen). Dies nur einige wenige Namen aus der
Stummfilmzeit, von denen viele heutzutage vergessen sind. Und ich versuche
halt, sie dem Vergessen zu entreißen, schreibe immer wieder kleine Erinnerung
bei Facebook (früher auch in der Presse). Meiningen liegt übrigens in
Thüringen. Früher eher Zonenrandgebiet, jetzt Mitte Deutschlands (immerhin 2
Autobahnanschlüsse…) Berlin ist zwar weit weg, aber durch die neue ICE-Strecke
ganz nah gekommen.
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Registrierungsdatum: 5. Juni 2017

Beiträge: 645

12

Sonntag, 13. Mai 2018, 10:13

Spannend, von dem Thema wusste ich bisher kaum etwas

Zitat von Volker:

Zitat

"sogar ein Veit Harlan hat sich hier ausgetobt (er galt damals als „revolutionär“ und war mit einer Jüdin verheiratet)"
War das dann DER bekannte Filmregisseur Veit Harlan? Dieser musste sich ja nach dem 2. Weltkrieg viele Vorwürfe anhören, weil er viele Propagandafilme gedreht hatte. Wenn er aber bereits mit eine Jüdin verheiratet gewesen ist, ist ja alleine dadurch schon bewiesen, dass er kein Antisemit war?
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Conrad

Meister

Registrierungsdatum: 25. Mai 2011

Beiträge: 1 689

13

Sonntag, 13. Mai 2018, 12:37

War das dann DER bekannte Filmregisseur Veit Harlan?

Genau! Mit Dora Gerson. Sie wurde 1943 in Auschwitz ermordet.
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Registrierungsdatum: 5. Juni 2017

Beiträge: 645

14

Dienstag, 15. Mai 2018, 16:14

Interessant. Das ist denke ich eine Thematik, zu der sich ein eigenes Thema sicherlich lohnen würde. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich heute noch dazu komme, dazu ein Thema zu erstellen...
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