Zwicky der Wolpertinger - Gutti und Spaß haben

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Datum: 10.11.2008 | VÖ: 12.12.2007 | Herausgeber: Alogino | Kategorie: Hörspiel

Wir alle kennen sie: Kobolde, Klabauter- und Butzemänner, aber nur wenige kennen Wolpertinger. Wer den Titel des neuen Hörspiels des Alogino-Verlags "Zwicky, der Wolpertinger – Gutti und Spaß haben" zum ersten Mal liest, und nicht weiss, was ein Wolpertinger ist, schaut ganz bestimmt zweimal hin, ob er sich nicht verlesen hat. Nein, Wolpertinger gibt es wirklich – zumindest in bayrischen Sagen und in diesem Hörspiel. Mit den "Guttis" wird man auch nach und nach vertraut gemacht. Trotzdem ist es so, dass der Arbeitstitel "Zwicky – die Überraschung aus dem Wald" erst einmal klarer und wohlklingender formuliert ist, dabei steckt in "Gutti und Spaß haben" trotzdem etwas Geheimnisvolles. Gerade der Zielgruppe der Vier- bis Zehnjährigen wird diese kindliche Sprache gefallen und sie neugierig auf die CD machen. Dennoch wirkt der Titel etwas zu abstrakt und man hätte sich doch lieber für den Arbeitstitel entscheiden sollen. Denn auch wenn sie nicht zur Zielgruppe gehören: Erwachsene werden sich vom ersten Titel mehr angesprochen fühlen und wer sonst kauft die Hörspiele für die Kinder, wenn nicht die Eltern!

Doch die wichtigste Frage ist erst einmal: wer ist dieser Zwicky überhaupt? Was sind Wolpertinger? Um dies herauszufinden, sollte man sich das Hörspiel natürlich selbst anhören. Denn das ist wahrscheinlich das spannendste daran, sich im Kopf alles kreativ in Szene zu setzen. Soviel darf man aber verraten: die Story besitzt sieben Hauptcharaktere: Oma, Opa, ihre Enkelkinder Sophie und Alex, den Förster mit Hund und natürlich Zwicky. Die Geschichte beginnt damit, dass der Opa mit seinen Enkeln in den Wald fährt, um Pilze zu sammeln, aber Alex hat ganz andere Pläne. Er erkundet den Wald auf eigene Faust und macht dabei eine überraschende Entdeckung. Aber auch der grimmige Förster hat die Pilzsucher längst entdeckt und stiftet Unfrieden. Als sich Alex später dann noch im Wald verirrt, scheint der Ärger perfekt…

Die Einleitung ist in der Hinsicht sehr gut gelungen, dass der Großvater dieser Geschichte auch gleichzeitig der Erzähler ist. Man bekommt sofort einen ganz anderen Blickwinkel für die Story und fühlt sich nicht als Außenstehender, sondern vielmehr als Begleiter. Die Musik hingegen wurde größtenteils weniger passend gewählt. Die ganze Atmosphäre wirkt "spacig" unnahbar und zum Teil bekommt man das Gefühl, man steckt eher in einem Kriminalhörspiel, als in einer Kindergeschichte. Man kann sich mit der Musik nicht so recht identifizieren. Natürlich sollte es auch einige spannende Szenen und Höhepunkte in einem Kinderhörspiel geben, sonst wäre es auch langweilig, aber ab einem gewissen Punkt klingt alles viel zu sehr nach Krimi und wirkt von der sprecherischen Seite her zu theatralisch. Die Musik, die das ganze Flair hervorheben soll, stört durch ihre Penedranz die Handlung an einigen Stellen. Es gibt aber auch Momente, an denen sie sich wunderbar eingliedert und wirklich super passt. Wie beispielsweise an der Stelle, an der der Großvater mit den Kindern aus dem Wald zurückkehrt und auch die Musik beim Abendessen. Sie ist der Situation gemäß fabelhaft ausgewählt wurden und wirkt nicht so künstlich und übertrieben. Genauso, wie man es sich auch vorstellt.

Die Sprecher sind allesamt, mit Ausnahme der Großmutter, wirklich sehr gut und bringen die Geschichte authentisch und liebevoll herüber. Besonders der Erfinder dieses Hörspiels, Gerhard Acktun, spricht gleich zwei Rollen. Er übernimmt den Part des Großvaters und spricht sogar selbst den Zwicky. Dabei ist es grandios, wie er mit seiner Stimme arbeitet und beiden Charakteren jeweils solch eine enorme Ausstrahlung gibt, dass man es kaum glauben mag, dass jemand gleich in zwei Rollen so brillieren kann. Die Großmutter dagegen, gesprochen von Gloria Behrens, wirkt teilnahmslos und genervt - wenig liebevoll. Kann sein, dass dies die Rolle so vorsieht, trotzdem hätte man dem Ganzen noch etwas mehr Engagement widmen können. Sie ist die einzige unter den Sprechern, die zuviel künstelt.

Das Cover der CD wurde aber richtig schön gestaltet. Die Zeichnungen sind sehr liebevoll und kreativ angefertigt – genauso stellt man sich Zwicky und den Förster mit seinem Hund vor. Das Booklet ist leider nur etwas mager und eine Reihe von Druckfehlern zeigen sich hier und dort. Auf diese Sache sollte man in der nächsten Folge etwas mehr achten, damit nicht nur die Geschichte, sondern auch das Gesamtbild einen guten Eindruck macht.

Fazit: Die Story ist gut, spannend und wurde durch die Sprecher schön in Szene gesetzt. Lediglich am Feinschliff fehlt es hier und dort. Ansonsten ein gelungenes Hörspiel für Groß und Klein! (sl)

Wertung: 5 von 10 Punkten (5 von 10 Punkten)

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