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Datum: 22.09.2008 | VÖ: 04.10.2008 | Herausgeber: Paramount Home Entertainment | Kategorie: Serie
Nur wenige Sitcoms der Fernsehgeschichte, die heutzutage den Begriff "Kult" definieren, haben es geschafft, über ein Jahrzehnt im Fernsehgeschäft zu bleiben. Die NBC-Sitcom "ALF" schaffte es beispielsweise auf nur 4 Jahre im harten Geschäft der Fernsehlandschaft. Auch die "Golden Girls" wurden nach sieben erfolgreichen Jahren eingestampft. Ebenso die WB-Serie "Auf schlimmer und ewig", die nur von 1995 bis 1999 zu sehen war. Aufgrund damaliger Quotenschwäche oder anderen Gründen verschwanden diese Serien frühzeitig von der Mattscheibe. Trotzdem gelten diese mehr oder weniger als Kult. Ähnlich ist es mit Serien, die - nicht nur auf die Storylines bezogen - bis aufs letzte ausgereizt wurden. Dazu zählen unter anderem "Friends" und "Eine schrecklich nette Familie". Ebenso "Die Simpsons" und "Dallas", um nicht nur auf das Comedy-Genre einzugehen. Auch diese Serien sind und bleiben Kult für alle Zeiten. An dieser Stelle kommt "Cheers" ins Spiel: Wenngleich die US-amerikanische Sitcom hierzulande eher unbekannt blieb und zu keinem allzu großen Erfolg wurde, ist sie als Kult zu bezeichnen.
"Cheers" wurde von 1982 bis 1993 von dem US-Sender NBC produziert und ausgestrahlt. Nach Einstellung der Serie wurde jedoch die Rolle des "Frasier" weitererzählt. Die Spinoff-Serie wurde von 1993 bis 2002 produziert und war sogar noch erfolgreicher als das eigentliche Format – "Cheers". Gleichwohl können sich auch die Erfolge von "Cheers" sehen lassen: Von insgesamt 117 Nominierungen für den US-Fernsehpreis Emmy konnten 27 Trophäen gewonnen werden. Hinzu kommen sechs Golden Globes bei insgesamt 31 Nominierungen. In Deutschland war "Cheers" zunächst unter dem Titel "Prost Helmut!" im ZDF zu sehen. Erst zehn Jahre später strahlte RTL alle Folgen der Serie aus – glücklicherweise unter eigener Synchronisation und dem Originaltitel.
Das Cheers ist eine kleine, gemütliche Kellerbar in Boston, die durch ihr schlicht gehaltenes Ambiente wahres Pub-Flair aufkommen lässt. Im Mittelpunkt steht der durchaus attraktive Barbesitzer Sam, der mit seinen Angestellten und seinen Stammgästen jede Menge erlebt. Meist sind es jedoch Geschichten und Storylines, die mitten aus dem Leben gegriffen sind. Dies ist keineswegs verkehrt; so bleibt die Sitcom auf Dauer bodenständig und wirkt nicht überheblich geschweige denn aufgesetzt. Der Humor der Serie hat im Laufe der Jahrzehnte kaum an Witz verloren. Auch dieses Phänomen wird nur wenigen Sitcoms aus den 80ern zugetragen, beachtet man den humoristischen Wandel in unserer Gesellschaft.
Jeder Charakter hat seine persönlichen Eigenschaften. So hat bereits nahezu jeder Zuschauer nach wenigen Episoden seinen Lieblingscharakter, den er in sein Herz schließt. Zum Cheers-Ensemble gehören zum einen der Frauenheld Sam, der sich regelmäßig mit gekonnten Sprüchen beim weiblichen Geschlecht versucht; die heißblütige und temperamentvolle Kellnerin Carla; die junge und intellektuelle Angestellte Diane sowie dem Barmann Ernie, den alle liebevoll "Coach" nennen. Hinzu kommen die beiden Stammgäste Cliff und Norm, die insbesondere durch ihre Running-Gags auf sich aufmerksam machen.
In der ersten Folge wird erzählt, wie Diane an ihren Job in der Bar gelangt. Trotz ersten Bedenken merkt sie schnell, dass sie für den Job geboren wurde. Somit ist das Ensemble der ersten Staffel bereits nach der ersten Folge vollzählig. Jede Episode beginnt mit einem kurzen Lead-In-Sketch, der in die Titelsequenz überleitet, woraufhin die eigentliche Storyline ihren Lauf nimmt. Getreu diesen Themengebieten und Schemata fließen auch die restlichen Episoden harmonisch vor sich hin. So nehmen es die Freunde beispielsweise mit seltsamen Servietten auf, überzeugen Sam, ein Sportinterview zu geben oder diskutieren hitzig über die aktuellen Geschehnisse in den nordamerikanischen Sportligen. Ebenso müssen sie es mit dem ein oder anderen unangenehmen Kneipengast aufnehmen – sei es der arrogante Verlobte von Ernies Tochter oder ein aufmüpfiger New York Yankees-Fan. Die DVD-Box der ersten Season, die insgesamt vier Disks umfasst, beinhaltet alle 22 Episoden, die 1982 abgedreht wurden. Außerdem sollen auf der vierten Disk "Special Features" vorhanden sein, wie auf dem Aufdruck der DVD irreführenderweise vermerkt wurde. Hier erlebt der Zuschauer eine herbe Enttäuschung: Wer auf Trailer, Interviews oder gar auf ein Making-Of gehofft hatte, guckt leider in die Röhre. Auch ein Beiheft mit Informationen zur Serie sucht man vergebens.
Umso erfreulicher ist es, dass die Bildqualität (4:3 Full Frame) gemessen an der Aufnahmetechnik 1982, erstaunlich gut ist. Ein leichtes Rauschen lässt sich dennoch nicht vermeiden. Auch beim Sound gibt es Abzüge: Neben der englischsprachigen Originalfassung (2.0 Stereo) steht nur die deutsche Synchronfassung zur Verfügung. Leider wurde diese nur im Mono-Format aufgenommen. Im Großen und Ganzen ist die erste Staffel der Kult-Sitcom "Cheers" auf durchschnittliche Art und Weise auf DVD umgesetzt worden. Bleibt zu hoffen, dass weitere Staffeln im Digipack-Format folgen werden. Dann vielleicht sogar mit weniger Kinderkrankheiten, wie beispielsweise den fehlenden Special-Features. (dl)
Wertung:
(7 von 10 Punkten)
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