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Datum: 15.04.2012 | VÖ: 16.02.2012 | Herausgeber: Kiepenheuer & Witsch | Kategorie: Roman
Als Serie war "Türkisch für Anfänger" im Ersten überaus erfolgreich, und auch die Kino-Adaption begeistert derzeit das Publikum. Passend zum Film ist ein Roman erschienen, der inhaltlich der Kinofassung entspricht und auf rund 220 Seiten erzählt, wie die Pessimistin Lena Schneider ausgerechnet mit dem Macho Cem, dessen streng muslimischer Schwester Yagmur und einem stotternden Griechen auf einer einsamen Insel strandet - nicht gerade das, was man sich unter einem schönen Urlaub vorstellt, zumal Lena ohnehin von ihrer Mutter, einer schrecklich antiautoritären Alt-68erin überhaupt erst zu einer Reise nach Südostadien genötigt wurde - ginge es nach ihr hätte sie sich auf ihr Studium vorbereitet. Ihre Mutter Doris tut sich unterdessen mit Cems Vater Metin zusammen, einem korrekten und perfekt in die deutsche Gesellschaft integriertem Kriminalkommissar. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach ihren Kindern und kommen einander dabei auch etwas näher.
Es mag vielleicht wirklich gute Romane zu Drehbüchern geben, "Türkisch für Anfänger" gehört leider nicht dazu. Wirkt das Spiel mit Klischees und Stereotypen in der Serie und auch im Film bissig und amüsant, erscheint es in der geschriebenen Variante schlicht und ergreifend platt. Der Autor Detlef Dresslein schlägt einen derart gewollten lockeren Ton an, dass man mehr als einmal versucht ist, das Buch zuzuschlagen und niemals wieder anzurühren. Die Geschichte mag auf der Leinwand funktionieren, gepresst zwischen zwei Buchdeckel tut sie es zumindest in dieser Umsetzung nicht. Bestechen Serie und Film dadurch, dass sie das Geschehen mit einem gewissen Augenzwinkern betrachten und sich nicht allzu ernst nehmen, wirken die Übertreibungen und Verwicklungen im Roman "Türkisch für Anfänger" geradezu hanebüchen. Es scheint fast, als habe der Autor stets ein jugendliches Publikum vor Augen gehabt und dessen Intellekt dabei gedanklich unangebracht gering eingeschätzt. Anders lässt sich der gezwungen junge Plauderton und das krampfhafte Einbringen von Begriffen der Jugendsprache und vulgären Ausdrucksweisen kaum erklären.
Um auch etwas Positives zu sagen: Die Filmfotos, die in der Buchmitte eingebracht wurden, sind wirklich nett anzusehen und sind sicherlich für Fans des dazugehörigen Films besonders interessant. Bei der Produktgestaltung hat man sich also durchaus Mühe gegeben, beim Verfassen des Textes scheinbar nicht. (ck)
Wertung:
(4 von 10 Punkten)
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