Bigfoot

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Datum: 18.10.2011 | VÖ: 01/2009 | Herausgeber: Cross Cult | Kategorie: Comic

Blackwood Mountain National Park, USA im Jahre 1973: eine dreiköpfige Familie Vater, Mutter, Sohn macht einen Ausflug in die Natur, aber nur der Sohnemann wird überleben. Seine Eltern fallen einem Mythos zum Opfer, einer modernen Schauerfigur, von der man Andenken verkauft und verwackelte und unscharfe Aufnahmen durch halbseriöse Magazine und Sendungen reicht: Bigfoot.
31 Jahre nach dem Vorfall, der seine Eltern das Leben kostete ist Bill Fuller immer noch nicht über das Geschehene hinweg. Albträume verfolgen ihn, führen ihn immer wieder in jene Nacht zurück, als Bigfoot die Hütte überfiel und Bills Eltern wie Puppen herumschleuderte, sich im Arm der Mutter verbiss und dem Vater die Halswirbel zerquetschte. Eine Meldung über einen toten Bären,d er auf ein Auto geschleudert wurde, lässt Bill aufhorchen. Dies kann nur der Bigfoot gewesen sein und Bill hat die Nase voll von einem Leben in Angst. Er macht sich auf den Weg in die Wälder, bewaffnet bis an die Zähne, um endlich abzurechnen. Doch nach wie vor gibt es einen Ranger, der bereits 1973 im Dienst war und damals die Aussagen über einen Bigfoot vertuscht hat. Er will die Sache auch nach wie vor unter den Teppich kehren, warum auch immer...

Alles, was man in den letzten Jahrzehnten über Bigfoot zu lernen geglaubt hat, wird in diesem Comic über den Haufen geworfen. Hier begegnet man keinem tappsigen, zotteligen Waldwesen, das langsam voran schlurft und relativ friedlich in den Wäldern haust. Dieser Bigfoot hier ist eine Naturgewalt, ein Jäger, eine Bestie.
Mit Erklärungen oder Begründungen wird sich nicht aufgehalten, den warum sollte es anders sein? Warum ist Bigfoot nicht wirklich ein wilder Räuber, der Menschen zerfetzt, zermalmt, zerstört?
Die Autoren Steven Niles und Rob Zombie haben hier eine unglaublich bodenständige und gradlinige Geschichte abgeliefert. Schnörkel werden nicht gebraucht, hier geht es um Horror ohne Ablenkungen. Die Dinge sind, wie sie sind und müssen nicht erklärt oder umsäuselt werden. Bill Fuller braucht keine Historie des Sasquatch, er will Vergeltung üben.
Richard Corben mag kein perfekter Zeichner sein, denn manchmal scheint er Schwierigkeiten mit der passenden Proportion menschlicher Körper(teile) zu haben, doch in den Momenten, in denen es zählt wenn nämlich Bigfoot in Aktion tritt gibt er sich Mühe und liefert gute Arbeit ab. Dunkles, zottiges Fell und dunkel funkelnde Augen, grobe Zähne und Geifer am Mund: ein toller Bigfoot.
Die Handlung ist straff erzählt, kann aber leider am Ende den Schwung nicht halten und wirkt zum Finale hin etwas inspirationslos.
Dafür entschädigt aber ein wirklich toller Anhang: der Cover-Galerie der US-Ausgaben folgen ein Interview mit Zeichner Corben und ein siebenseitiger Artikel über Bigfoot und seinen Mythos. Das rundet das Comic wunderbar ab und stellt es schlüssig in die Reihe der langen Tradition des Bigfoot-Themas in den Medien.

"Bigfoot" ist kein Meilenstein mit enormem Tiefgang, aber ein schnörkelloses, grundehrliches Horror-Comic, das man gern haben muss. Auch wenn man noch so gern Salat mit zarter Hähnchenbrust speist, manchmal muss es auch mal ein saftiges Steak sein und "Bigfoot" ist eins durch und durch! (mp)

Wertung: 7 von 10 Punkten (7 von 10 Punkten)

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