Schriftstehler Armin Sengbusch - Geh doch ins Licht

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Datum: 13.02.2011 | VÖ: 04.10.2010 | Herausgeber: Lektora-Verlag | Kategorie: Lyrik & Kurzprosa

Der "Schriftstehler" Armin Sengbusch ist ein Künstler, der mit Sprache arbeitet und in "Geh doch ins Licht" einige seiner Slam-Texte veröffentlicht. Da diese Textgattung nicht jedem bekannt sein dürfte, hier eine kurze Erläuterung: Bei einem Poetry Slam treten mehrere Künstler nacheinander auf einer Bühne auf und präsentieren einen eigenen Text, der nur wenige Minuten Zeit in Anspruch nehmen darf. Dementsprechend enthält auch dieses Buch eine Sammlung kurzer Werke, die schnell gelesen sind, oft dafür aber umso länger nachwirken.

Nicht nur die Bezeichnung "Schriftstehler" ist außergewöhnlich, bereits beim Betrachten des Klappentextes bemerkt der Leser, dass er ein besonderes Buch in den Händen hält eines, das sich wohltuend von dem Einheitsbrei abhebt, der oft in den gut platzierten Regalen der Buchhandlungen zu finden ist. Zwar geht auch Armin Sengbusch kurz auf sein Leben ein, er tut es aber auf gänzlich andere Weise, als man es sonst von Umschlagtexten gewohnt ist. Die Erwartungen sind also bereits nach den ersten Blicken auf "Geh doch ins Licht" recht hoch, werden aber erfreulicherweise nicht enttäuscht, sondern teils sogar noch übertroffen. Das liegt vor allem daran, dass der Autor mehrere literarische Stimmlagen gleichermaßen beherrscht und mit ruhigen, poetischen und philosophischen Texten ebenso brilliert wie mit klaren und teils auch harten Schilderungen, die den Leser aufmerken lassen. Es sind Sätze wie "Keiner glaubt mehr an den Weihnachtsmann, aber wir hoffen darauf, dass er kommen kann und uns mit Liebe beschenkt, weil wir selbst nichts mehr davon haben" und absurde Ideen wie ein Gespräch zwischen Darth Vader und einer Hotline-Telefonistin, die dafür sorgen, dass die Texte nicht gleich nach dem Lesen in Vergessenheit geraten, sondern im Gedächtnis bleiben und manches Mal in Gedanken noch eine Weile haften bleiben.

Der schlichte schwarze Einband mit der weißen Schrift und der mysteriös wirkenden Illustration bildet einen deutlichen Kontrast zum humorvollen Umschlagtext und passt daher hervorragend zu den sehr unterschiedlichen Texten, die den Leser im Inneren erwarten. Auch das Bild des Autors, das auf der Rückseite zu finden ist, wurde passend gewählt. Besser kann man ein Taschenbuch kaum gestalten, weshalb hierfür die Höchstwertung von fünf Punkten definitiv gerechtfertigt ist. Selbiges gilt auch für den Inhalt wenige Autoren schaffen es, in derart kurzen Textpassagen so sehr zu berühren wie der "Schriftstehler" Armin Sengbusch. Daher hat "Geh doch ins Licht" zehn Punkte mehr als verdient. (ck)

Wertung: 10 von 10 Punkten (10 von 10 Punkten)

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