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Datum: 15.03.2010 | VÖ: 23.10.2009 | Herausgeber: e-m-s | Kategorie: Serie
Serien wie "Twilight Zone", "Outer Limits" oder "X-Factor" gehören längst als feste Bestandteile zur Fernsehlandschaft dazu, auch wenn sie derzeit durch eine andere Art der Mystery-Serie abgelöst zu werden scheinen. Trotzdem hat das klassische Format der geheimnisvollen Kurzgeschichten Tradition, in welcher auch die von Steven Spielberg in den 80ern produzierte Serie "Amazing Stories" steht.
Die fünfte DVD der insgesamt aus zwölf Silberlingen bestehenden Gesamtausgabe von "Amazing Stories" bietet vier Kurzfilme in der typischen Manier kompakter Mystery-Erzählungen: direkte Einstiege und möglichst verstörende Szenarien, die sich so gut wie nie versöhnlich am Ende auflösen.
Für Filmkenner und Kinofreunde besonders interessant dürfte die Geschichte "Phantom im Spiegel" sein, denn hierbei führte Martin Scorsese ("Taxi Driver", "Casino", The Departed") Regie.
In der Geschichte ereilen Wahnvorstellungen einen arroganten Horror-Autor (Sam Waterston). Immer wenn er in einen Spiegel blickt sieht er hinter sich einen entstellten Mann in schwarzem Umhang auf ihn zu gehen und das Erwürgen andeuten. Erst hält er das für Hirngespinste, doch die Erscheinungen gehen nicht weg und er sieht sie sogar mitten Tag - im Rückspiegel seines Autos, in der Sonnenbrille eines Wachmanns.
Langsam glaubt der Autor den Verstand zu verlieren, doch seine Ex-Frau hält zu ihm und bemüht sich, ihrem Ex-Mann beizustehen, doch das allein kann die Erscheinung nicht verjagen.
Eine andere Geschichte ("Versteckte Kamera") kann als bizarr verzerrte Version der "Truman Show" angesehen werden. Viele Jahre vor dem populären Kinofilm mit Jim Carrey lieferte "Amazing Stories" eine Erzählung über die unfreiwillige Teilnahme an einer Schmierenkomödie, bei der mit den echten Emotionen eines Unwissenden gespielt wird.
Die Geschichten von "Amazing Stories" sind keine seichte Unterhaltung, sondern immer mit einem sehr bizarren Potential, wirklich verstörend zu wirken, ausgestattet. Hinzu kommt eine ganz eigene Dynamik und Schrittgeschwindigkeit in der eigentlichen filmischen Umsetzung der Geschichten. Speziell Scorsese neigt in seinem "Phantom im Spiegel" zu sehr direkten Bildern und streut parallel dazu ein paar Anleihen an den althergebrachten Umgang mit Perspektiven ein.
Wenn man sich mit der Optik und Technik von vor über zwanzig Jahren anfreunden kann oder gar ein überzeugter Freund davon ist und auch gegen das ein oder andere Anzeichen, dass kein unerschöpfliches Budget zur Verfügung stand, leben kann, sollte sich mit "Amazing Stories" einen sehr sehenswerten Vertreter der Mystery-Kurzgeschichten zulegen. (mp)
Wertung:
(6 von 10 Punkten)
Hinweis: Unsere Kritiken geben logischerweise die Meinung des jeweiligen Autors wieder und sind NICHT zwingend identisch mit der Ansicht der gesamten Redaktion.