Posts by Austernprinzessin

    @ Specht: Vielen Dank. Ja, ich glaube auch, dass 1929 gut sein kann. Viel früher kann er das Autogramm ja auch gar nicht gegeben haben. Und es kann durchaus sein, dass die Karte aus dem Jahr 1928 stammt. Ich habe das ja nur aus seinem Aussehen erschlossen. Übrigens habe ich eben erst richtig verstanden, warum du eine 2 bei dem Jahr für möglich hältst. Den Bogen auf dem t hatte ich komplett ignoriert. Und bei der zweiten Zahl macht ja tatsächlich nur eine 9 Sinn.

    Mein Großvater hat mir als Jugendlicher mal ein Buch von sich ausgeliehen, das jetzt wie vom Erdboden verschluckt zu sein scheint. Deshalb würde ich gern mal rausfinden, welches das war. Vielleicht kann mir jemand von euch helfen, auch wenn ich mich nicht mehr an sehr viel erinnern kann.


    Es wurde während des Zweiten Weltkriegs geschrieben (1943 oder 1944) und stellte einige hochdekorierte deutsche Soldaten mit ihren "Kriegskarrieren" vor. Davon waren beim Erscheinen des Buchs nur wenige gefallen. Ich kann mich von den Namen allerdings ganz sicher nur noch daran erinnern, dass einer der Vorgestellten Karl Langesee war, der (am 15. März 1943) das Ritterkreuz mit Eichenlaub verliehen bekommen hatte und für das Buch interviewt wurde. Er beschreibt dort wofür er es bekommen hat und betont, er würde es stolz für sein Regiment tragen.


    Möglicherweise war Karl Langesee sogar einer der Höchstdekorierten oder der Höchstdekorierte, der in dem Buch vorgestellt wurde, denn es muss ja einen Grund haben, weshalb ich mich so konkret an ihn erinnern kann.


    Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, dann wurden in diesem Buch auch keine Flieger oder Bootskommandanten vorgestellt. Und einer der wenigen Gefallenen (1941?) war glaube ich in einer Gebirgstruppe. Vielleicht ging es sogar ausschließlich um Krieg im Gebirge. Aber da bin ich mir nicht mehr ganz sicher. Auch waren glaube ich keine der ganz großen "Stars" dabei. Wie gesagt, möglicherweise war Langesee der einzige mit Eichenlaub.

    Wenn man sich die Motive der Karten anschaut, merkt man übrigens auch sehr schön wie die Wirkung war, die Willy Fritsch damals auf seine Fans hatte.


    Mir wurde mal gesagt, auf einigen Karten würde man sehen, dass Willy Fritsch und Lilian Harvey einfach nicht mehr in die heutige Zeit passen. Das kann schon sein, aber es ist ja auch nicht die Aufgabe der damaligen Stars bzw. der Fotografen, die diese Fotos gemacht haben, über den Zeiten zu stehen. Wenn wir sie genießen möchten, müssen wir uns den Motiven öffnen. Für viele mag das nach 1933 problematisch sein, und grundsätzlich bin ich da auch kritisch, aber seine Fans haben Willy Fritsch ja angehimmelt, weil er als Mensch oder Star diese Wirkung auf sie hatte. Ich finde es in diesem Zusammenhang nicht fair, immer wieder darauf hinzuweisen, dass das auch die NS-Zeit war, denn ich bin überzeugt davon, dass diese Gefühle in den allermeisten, wenn nicht sogar in allen Fällen unabhängig davon waren.

    Mit viel Phantasie, wenn man den Strich oben weg denkt, könnte das links eine "2" sein und das rechts eine "9".


    Ich fände es ungewöhnlich wenn man auf eine Autogrammkarte den Tag drauf schreibt und nicht das Jahr. Aber wieso dann ein Strich drüber? Man müsste von der Schreibenden Person noch Vergelichsstücke suchen mit Datums-Angaben, ggf. wird man dann schlauer.


    Ich habe eine ähnliche Autogrammkarte von ihm im Internet gefunden, auf die er tatsächlich Monat und Jahr geschrieben hat und das gut zu lesen (Leider finde ich sie im Moment grade nicht.) Übrigens hat er diese Karte hier wohl auch adressiert. Und dort sind auch zwei Striche, von denen eigentlich nur einer Sinn macht. Ich habe die Karte mit anderen verglichen. Wenn man von seinem Aussehen hier ausgeht, könnte sie etwa aus dem Jahr 1927 sein. Zumindest war er 1931 schon deutlich fülliger und sah ein paar Jahre älter aus.


    Ich habe mich auch noch ein wenig mit Sekretärsautogrammen beschäftigt. Das Problem kam aus Amerika, wo die großen Stars mit den Autogrammwünschen nicht mehr klargekommen sind. Allerdings waren es zuerst auch die Autogrammstempel. Da scheint es wohl massenweise welche von Mary Pickford und Rudolph Valentino zu geben. Aber die kann man leichter von echten Autogrammen unterscheiden. Bei Ross-Postkarten ist die Gefahr von Sekretärsautogrammen wohl eher gering, weil die recht teuer waren, und für viele Fans war das damals im Vergleich zu heute noch sehr viel mehr. Auf der Seite, wo ich das gefunden habe, wurde angenommen, dass das die Stars wohl auch wussten.


    In dem Zusammenhang ist mir auch eingefallen, dass mir Ende der 80er Jahre meine Großtante ihre Sammlung geschenkt hat. Sie war ein großer Fan von Willy Fritsch. Es sind zwanzig Ross-Karten von ihm und von Lilian Harvey und noch fünf kleine Bilder. Davon sind drei der Ross-Karten signiert. Sie hat mir damals erzählt, dass sie ihn für die Autogramme angeschrieben hatte, und da hatte sie die Karten mit Sicherheit beigelegt. Ich finde, es wäre schon eine unglaubliche Gemeinheit von Willy Fritsch gewesen, so etwas einen Sekretär machen zu lassen, selbst wenn er nicht gewusst haben sollte, dass sie noch ein Teenager war. Aber damals war das bei den Briefen bestimmt noch viel offensichtlicher als heute.

    Das mit dem Tag könnte tatsächlich sein. Ich habe mal versucht rauszubekommen von wann die Karte ist. Es könnte die 2. Hälfte der 20er Jahre sein - auf jeden Fall nicht viel früher. Dann kann es ja gar nicht das Jahr sein.

    @ Vogel Specht: Ja, so sehe ich das auch: charakteristische Buchstaben, Neuansätze im Namen. Manche schreiben auch alles in eins durch. Ich habe dazu gelesen, dass die Größe der Schrift sich in der Regel nicht verändert.
    Ich weiß nicht wie es dir mit den Handschriften ergeht, aber ich vermute ähnlich wie mir. Eine Handschrift ist etwas höchst Individuelles. Sie ist mit einer bestimmten Motivation geschrieben und könnte sonst nicht so sein wie sie ist. Wenn sich der Schreiber über etwas ärgert oder besonders fröhlich ist, dann wirkt sich das sofort auf die Handschrift aus, auch wie wichtig es ihm ist eine Botschaft rüberzubringen, welche auch immer. Da kann zum Beispiel ein "Bitte lies genau! Das ist mir jetzt sehr wichtig!" mitschwingen. Das bleibt in der Handschrift erhalten - egal wie alt sie ist.


    Das kann übrigens auch zwiespältig sein. Ich habe eine Autogrammkarte von Paul Morgan, die er an ein Minkerl Schwarzer nach Wien geschickt hat. Es ist eine frühe Ross-Postkarte aus den 20er Jahren. Er möchte den unbeschwerten Komiker unterstreichen und schreibt über sein Autogramm noch "Einen schönen Gruß an mein Wien und seine Mägdelein!" Auch an der Schrift merkt man sehr positiv (im Vergleich zu den Autogrammen, die ich online gefunden habe), dass er sich Mühe gegeben hat und diese Postkarte nicht einfach zwischen Tür und Angel erledigt hat. Trotzdem ist es mir auch unangenehm all dieses Positive zu bemerken, denn ich habe einen unangenehmen Informationsvorsprung ihm gegenüber, nämlich dass er 1938 im KZ Buchenwald ermordet werden wird. Wie gesagt, Handschriften sind ein Blick in die Vergangenheit.


    Übrigens, kann jemand von euch lesen wie er die Karte datiert hat? Gestempelt wurde sie an einem 23., aber Monat und Jahr sind mit der Briefmarke zusammen abgegangen. Der Monat war ganz offensichtlich September. Aber schreibt er auch was über das Jahr?


    Wie ein Film auf einen wirkt weiß man halt selber am besten. Kunst geht nun mal tiefer als alle Theorie, egal wie sehr sich die Fachleute streiten. Da muss man sich eher die Frage stellen, wie sinnvoll es ist, ambitionierte Filme als "gelungen" oder "weniger gelungen" zu bewerten.


    Bei diesem Vergleich von Murnau und Herzog ist es mir übrigens tatsächlich genauso gegangen wie ich oben geschrieben habe. Max Schreck übt von Anfang bis Ende die gleiche Faszination auf mich aus. Und Klaus Kinski wird innerhalb kürzester Zeit für mich zum weißgeschminkten Schauspieler, der sich zwar nach Kräften bemüht, aber vom Film völlig alleingelassen wird. Ein Grund ist aber auch ganz sicher der, dass bei Murnau das ganze Bild eine Einheit darstellt, in die Max Schreck eingebettet ist. Und diese Einheit trägt ihn. Dafür, dass das tatsächlich so ist, spricht ja auch, dass man sich u.a. an romantischen Bildern orientiert hat, und die haben ja zum Teil eine Atmosphäre, die man noch auf dem kleinsten Quadratzentimeter spürt. Dagegen steht Klaus Kinski für mich viel zu sehr im Zentrum und wird - zumindest in diesem direkten Vergleich - vom Bild alleingelassen.


    Ob der Film Längen hat oder nicht, spielt für mich übrigens auch deshalb keine Rolle, weil ich jede einzelne Einstellung auf mich wirken lasse ohne dass mich die Handlung groß interessiert, außer als Informationsquelle wie lang der Film in etwa schon gelaufen ist.


    Aber wenn das für andere anders ist, ist das ja okay so.

    Tja, dann versuche ich mal den Bezug zu Vogel Spechts Nachricht von vorhin herzustellen. ;) Weil du sagst, Vogel Specht, dass es Spaß macht, sich dort etwas mehr reinzuarbeiten. Dem stimme ich voll zu. Ich bin ein extrem visueller Mensch. Sogar wenn ich Wörter vergesse, dann kann ich sie oft über den Umweg mich daran zu erinnern wann ich sie das letzte Mal gesehen habe, rekonstruieren. Ich könnte mir vorstellen, dass ich so auch einen Blick für einen Schriftzug bekommen kann.
    So ging es mir mit dem Autogramm von Elga Brink. Der Schriftzug hat mich davon überzeugt, dass es echt sein kann. Das passende Autogramm dazu habe ich erst kurz danach gefunden.

    @ Shairaptor: Dieser Punkt 3 kann für mich auch relevant sein, komischerweise aber nur bedingt wenn ich mir die Autogramme anschaue, die ich mir persönlich geholt habe. Mit Karl Schönböck hatte ich noch aus einem anderen Grund längeren Kontakt. Allerdings schaue ich mit seine Autogramme nie an.


    Etwas anderes ist es mit einem Autogramm von Mildred Kornman. Sie ist die Schwester von Mary Kornman (1915-1973) und hatte ganz kleine Rollen in ein paar 'Our Gang'-Stummfilmen. Später war sie erfolgreich als Model. Zu ihr hatte jemand aus einem amerikanischen Stummfilmforum Kontakt, und ich habe ein Foto von ihr mit persönlicher Widmung, wobei sie vorher auch noch wissen wollte, was für ein Foto ich möchte. Er hat das alles organisiert. Ich glaube, da ist es bei mir auch ein bisschen der Reiz des Unbekannten: Our Gang, Amerika, Stummfilmkomödien, direkter Kontakt und eine Menge für die Phantasie.


    Diese persönlichen Widmungen, auch wenn sie nicht an mich gerichtet sind, haben für mich schon auch einen gewissen Reiz. Ganz pragmatisch gesehen ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass das Autogramm echt ist, viel höher, und auf der anderen Seite schwingt trotz allem auch etwas Emotionelles mit.

    @ Vogel Specht: Die Briefe von Greta Schröder und Gustl Bayrhammer sind natürlich noch einmal eine ganz ganz andere Qualität. Das ist natürlich klar.


    Das Problem mit den falschen Autogrammen lässt sich sicher nicht ganz lösen. Ich habe vor ein paar Jahren Paul Ickes' Buch über Conrad Veidt antiquarisch gekauft. Damals hat man mir angeboten, sich meine Autogramme genauer anzuschauen. Allerdings schätze ich, dass da auch einfach unglaublich viel geredet wird. Zumindest ist das mein Eindruck wenn man sich als Laie von Fachleuten etwas erklären lässt. Die müssen ja dann was Falsches finden, einfach um das eigene Fachwissen zu "bestätigen". Das heißt, ich habe auch dann keine Garantie. Dann bleibt halt nur noch der Vergleich über das Internet. Ich versuche halt dann so viele Autogramme wie möglich zu finden und alles so genau wie möglich zu vergleichen.

    Für mich ist es das, was Vogel Specht sagt. Es ist irgendwo ein ganz persönlicher Kontakt mit der Vergangenheit. Deshalb finde ich auch die besonders alten Autogramme viel faszinierender als jüngere, denn die stammen aus einer Zeit als diese Schauspieler, die heute nur noch Filmliebhaber kennen, wirklich Stars waren und ich die Filme auch wirklich faszinierend fand. Außerdem interessiert mich die Zeit der Weimarer Republik und davor auch aus verschiedenen anderen Gründen sehr.


    Ich habe ein Autogramm von Iván Petrovich, das aus dem Jahr 1954 ist. Das ist so spät, dass es für mich auch diesen Charme nicht versprüht. Da ist es egal ob Iván Petrovich Stummfilmschauspieler war oder nicht.


    Diesen Charme können für mich auch die ganz alten Starpostkarten haben. Ich habe euch mal ein Foto mitgeschickt. Es ist spätestens aus dem Jahr 1918 oder vielleicht älter. Wenn keine Unterschrift drauf wäre, hätte diese Karte für mich diesen historischen Charme. Aber da ist die Unterschrift halt ganz bestimmt falsch.

    Dieser Thread hier ist ja echt interessant - auch wenn er ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Bei mir ist nämlich das Autogramm-Interesse gerade wieder neu ausgebrochen. :)


    Ich habe ungefähr zehn Jahre lang Autogramme gesammelt. Ein wichtiges Auswahlkriterium vor einem Kauf war für mich, ob die Darsteller in deutschen Stummfilmen aufgetreten sind. Einige frühere Stars wie Carola Höhn, Maria Paudler, Heinz Welzel, Karl Schönböck oder Ruth Hellberg habe ich noch persönlich getroffen und mir da natürlich dann auch Autogramme geholt.


    Insgesamt sind es etwa 120 Autogramme. In den letzten Monaten habe ich sie bewusst mit Autogrammen verglichen, die man online findet, um die Echtheit von meinen Autogrammen zu überprüfen. Leider musste ich danach zwei aussortieren, bei denen ich mir jetzt fast ganz sicher bin, dass sie nicht echt sind ;( . Das war sehr ärgerlich. Allerdings stirbt die Hoffnung natürlich zuletzt. Mein Autogramm von Elga Brink hatte ich nämlich auch schon aussortiert, aber vor einigen Tagen habe ich an verschiedenen Merkmalen gesehen, dass es doch echt sein muss. :)


    Es sind viele sehr bekannte Namen dabei wie zum Beispiel Hans Albers, Vilma Banky, Lil Dagover, Wilhelm Dieterle, Willy Fritsch, Otto Gebühr, Käthe Haack, Brigitte Helm, Camilla Horn, Paul Hartmann, Werner Krauß, Harry Piel, Henny Porten, Fritz Rasp, Leni Riefenstahl, Luis Trenker, Conrad Veidt, Paul Wegener usw. Und ganz kurz bevor ich überhaupt aufgehört habe Autogramme zu kaufen, wurde mir noch eins von Ernst Lubitsch angeboten.


    Eher "nebenbei" habe ich mal bei einem Autogramm von Anna May-Wong zugegriffen. Es wurde für grade mal 18 DM angeboten, weil die Autogrammkarte ramponiert war. Ich wusste gar nicht was sie früher einmal für ein großer Star war, aber die Verkäuferin wusste es ganz offensichtlich auch nicht. ;)


    Meine Lieblingsautogramme sind natürlich die von meinen Lieblingsschauspielern wie z.B. Conrad Veidt und Ossi Oswalda, aber auch solche, die ganz offensichtlich sehr alt sind. Hella Moja hat das Jahr 1919 draufgeschrieben, Wanda Treumanns Karriere war relativ früh zu Ende und Eva May ist schon 1924 gestorben. Ernst Reichers Autogrammkarte wurde per Post verschickt und trägt den Stempel 'München 13.4.20'.


    Früher war das eher eine Sammelleidenschaft, mit der das angefangen hat. Aber der ideelle Wert der Autogramme ist über die Jahre für mich immer weiter gestiegen.

    Gestern habe ich Carl Theodor Dreyers La Passion de Jeanne d'Arc gesehen. Ich kann sagen, dass ich noch nie irgendeinen Film gesehen habe, in dem mir eine Darstellung so unter die Haut gegangen ist wie Renée Falconettis Jeanne d'Arc.


    Welche ist denn eure Nummer eins?

    Als Kind war das Ende von Winnetou 3 immer eine echte Herausforderung für mich ;( :D . Und als ich mal an den Plitvicer Seen war und eine Stelle gefunden habe, die ich aus Winnetou 3 kannte, war ich total aus dem Häuschen. Aber es gibt so gut wie keine Filme, die dermaßen ihren Reiz für mich verloren haben wie die Winnetou-Reihe.
    Ich habe immer das Gefühl, sie wurden nicht nur in den 60er Jahren gedreht, sondern da passen sie auch gut hin. Wenn ich Götz George dort sehe oder in einem späteren Film, kommt mir das immer so vor, als würde ich zwei verschiedene Schauspieler sehen.

    Vor einigen Jahren habe ich die Wiederholungen seiner Erzähl-Sendungen bei Bayern alpha gesehen. Da war er schon sehr alt, wirkte aber noch unglaublich kraftvoll und im leben stehend.


    Wenn ich mich richtig erinnere, kamen die 1984 ins Fernsehen. Auf jeden Fall bin ich mir ganz sicher, dass sie nach seinem neunzigsten Geburtstag gedreht wurden.


    Ich habe in den frühen achtziger Jahren angefangen mich mit Filmen zu beschäftigen und dabei auch immer schon versucht rauszubekommen, wer von den alten Schauspielern noch lebt. Das waren damals ja noch eine ganze Menge. (Die Fernsehzeitschrift Gong hat dankenswerterweise immer die Sterbejahre der Schauspieler im Programm mit abgedruckt, auch wenn da natürlich massenweise Fehler waren.) Viele wurden dann achtzig, aber Luis Trenker war der erste, bei dem ich bewusst den neunzigsten Geburtstag mitbekommen habe. 1982 wurde dann auch Heinz Rühmann achtzig, der damals mein Lieblingsschauspieler war, aber obwohl Trenker zehn Jahre älter war als Rühmann, habe ich bei ihm nie das Gefühl gehabt, dass er auch mal sterben könnte. Deshalb war ich auch so überrascht, als ich ihn so richtig alt gesehen habe. Wie gesagt, ich glaube, dass das bei ihm relativ schnell gegangen ist. Heinz Rühmann dagegen kam mir schon mit achtzig sehr zerbrechlich vor. Dass er auch mal 92 werden würde, hätte ich nicht erwartet.


    Rosa Albach-Retty, die 1980 mit 105 gestorben ist, war vor meiner Zeit. Aber bei Luis Trenker war ich mir sicher, dass er der erste Schauspieler wird, bei dem ich einen hundertsten Geburtstag erleben würde. Aber in Deutschland musste ich dann bis 1995 warten - Liane Haid. :)

    Hatte Luis Trenker nach dem Zweiten Weltkrieg tatsächlich so einen Abstieg? Er wurde 1945 ja immerhin 53. Ich kann mich noch sehr gut dran erinnern, wie er in den achtziger Jahren als der Bergfilmer schlechthin galt - vor allem nach seinem neunzigsten Geburtstag.


    Er war ja auch sehr lang voller Energie. Irgendwann habe ich ihn im Fernsehen gesehen und war überrascht, wie schwach er plötzlich war. Kurz danach ist er dann auch gestorben. Bei ihm habe ich das Gefühl, er hat aus sich wirklich das letzte Fünkchen an Lebensenergie rausgeholt, das er hatte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser körperliche Verfall sehr lang gedauert hat.

    Hey, wenn ich mich mal kurz einmischen darf und eine "Bewertung" abgeben darf (Wird auch eine Ausnahme bleiben ;) ): Ich war eine Weile hier nicht mehr hier im Forum! Ich habe zwar nicht alle Kommentare in diesem Thread gelesen, aber ich glaube trotzdem, dass ich einen ziemlich repräsentativen Eindruck bekommen habe: Ich bin beeindruckt, wie ihr hier mit euren Meinungsverschiedenheiten umgeht! Habe ich bei so emotional aufgeladenen Themen nicht überall erlebt! :thumbsup:

    Wie geht es euch eigentlich mit diesen Serien?


    Ich würde sie mir jetzt allenfalls noch aus nostalgischen Gründen anschauen. Die Brachialmethoden, Filme willkürlich zusammenzuschneiden und mit einem albernen Kommentar zu versehen, der nichts mit dem Original zu tun hat, tut mir als Filmfan jetzt natürlich in der Seele weh.


    Aber als Kind habe ich sie geliebt und konnte es kaum abwarten bis die nächste Folge kommt. Da irgendwo liegt auch der Anfang für meine Filmleidenschaft. Und jetzt gehören kurze Stummfilmkomödien immer noch zu meinen Favoriten. So einfach ablehnen kann ich sie also nicht - trotz all dieser Brachialmethoden.


    Von euch kennen doch bestimmt einige diese Serien. Wie geht es euch mit denen heute?