Stummfilme im Fernsehen

  • Heute kommt auf arte um 23:50 eine knapp einstündige Dokumentation über Georges Melies, und anschließend werden sechs seiner Filme aus den Jahren 1902 - 1909 gezeigt.

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Am 27. September zeigt arte die brandneue Restaurierung von Lubitschs "Carmen".

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • och nee...nicht schon wieder Nosferatu;( Versteht mich nicht falsch, natürlich freue ich mich immer wenn Stummfilme im fernsehen laufen, und Nosferatu ist einer meiner Liebllingsstummfilme, aber es wäre mal schön auch die weniger bekannten Filme und Stars zu würdigen. Teilweise wäre das die einzige Möglichkeit diese Filme zu sehen

  • och nee...nicht schon wieder Nosferatu;( Versteht mich nicht falsch, natürlich freue ich mich immer wenn Stummfilme im fernsehen laufen, und Nosferatu ist einer meiner Liebllingsstummfilme, aber es wäre mal schön auch die weniger bekannten Filme und Stars zu würdigen. Teilweise wäre das die einzige Möglichkeit diese Filme zu sehen

    Ich kann dich total verstehen. Es gibt so tolle Filme, um die sich niemand kümmert, einfach weil immer wieder auf Sicherheit gespielt wird und Stummfilme gezeigt werden, von denen man annimmt, dass sie ein reines Heimspiel darstellen.

    Das Ergebnis ist nicht nur, dass andere Filme vergessen werden, sondern auch, dass Klischees über diese Filme immer wiederholt werden und die Filme nur selten unter neuem Blickwinkel betrachtet werden. Und das ist auch mit ein Grund, warum wunderbare Darstellerinnen und Darsteller unbesehen unter ferner liefen abgehakt werden.

    Nebenbei sind Filme ja auch immer Geschmackssache. Manche dieser "Heimspiele" gefallen mir, andere finde ich langweilig. Und das geht ja allen so. Ich glaube nicht, dass es zielführend ist, den deutschen Stummfilm immer auf die gleiche Handvoll an Filmen festzulegen und den Besuchern dann vorzuschreiben, diese Filme phantastisch finden zu müssen.

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Ich kann dich total verstehen. Es gibt so tolle Filme, um die sich niemand kümmert, einfach weil immer wieder auf Sicherheit gespielt wird und Stummfilme gezeigt werden, von denen man annimmt, dass sie ein reines Heimspiel darstellen.

    Das Ergebnis ist nicht nur, dass andere Filme vergessen werden, sondern auch, dass Klischees über diese Filme immer wiederholt werden und die Filme nur selten unter neuem Blickwinkel betrachtet werden. Und das ist auch mit ein Grund, warum wunderbare Darstellerinnen und Darsteller unbesehen unter ferner liefen abgehakt werden.

    Nebenbei sind Filme ja auch immer Geschmackssache. Manche dieser "Heimspiele" gefallen mir, andere finde ich langweilig. Und das geht ja allen so. Ich glaube nicht, dass es zielführend ist, den deutschen Stummfilm immer auf die gleiche Handvoll an Filmen festzulegen und den Besuchern dann vorzuschreiben, diese Filme phantastisch finden zu müssen.

    Genau! Die verbreitete Meinung über deutsche Stummfilme ist das es sich nur um künstlerische Melodramen handelt die eher trocken sind. Dabei haben deutsche Filmfans genauso gerne gelacht wie amerikanische Fans, und viele Filme waren Komödien. Sie sind nur leider oft nicht zugänglich, anstatt sie zu vorzuführen verstauben sie in Archiven.

  • Morgen Nacht zeigt arte um 00:15 "Hoffmanns Erzählungen" (1923). Regie führte Max Neufeld. Laut Angaben von arte dauert der Film 93 Minuten. Trotzdem räumt arte ihm nur einen time slot von 80 Minuten ein :/

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Hier der Wikipedia-Artikel. Sehr spannend auch als weibliche Hauptdarstellerin Evi Eva. Von ihr gibt es tolle Starpostkarten aus den 20er Jahren, in denen sie äußerst populär war. Ganz offensichtlich konnte sie jedoch mit zunehmendem Alter ihr Rollenprofil nicht ändern und geriet Ende der 20er Jahre in Vergessenheit. Sehr spannend auch in Nebenrollen Magnus Stifter (u.a. 1919 in "Madame Dubarry") und der 1927 jung verstorbene Robert Scholz.

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


    Edited once, last by Austernprinzessin ().

  • Am 14.12. um 0.40 Uhr wird auf Arte der Stummfilm von 1919 "Blinde Ehemänner" von und mit Erich von Stroheim gezeigt. Es war der erste Film von Stroheim und wurde ein großer Erfolg. Da der Film auch in den Dolomiten spielt, ist er auch als Bergfilm sehr interessant.

  • In der Nacht vom 22. auf den 23. November zeigt arte den deutschen Stummfilm "Mister Radio" von 1924:


    https://www.stummfilm-magazin.…m-im-tv-mister-radio.html


    Von dem hab' ich noch nie was gehört, klingt aber wie eine sehr interessante Entdeckung!

    Ich habe mir gestern "Mister Radio" angesehen. Ich finde ihn flott inszeniert und mit ansprechender Bildgestaltung. Gegen Ende hin wird er richtig aufregend, wenn auch voraussehbar. Nunzio Malasomma hat sich zwar in mindestens einem Fall schamlos bei Murnau, Hutters Fahrt zu Orloks Schloss, bedient, diese allerdings sensibel in seinen Film eingebaut. Er weiß was er tut. Was mich allerdings geärgert hat, war, dass einige der spannendsten Stunts nur mit Hilfe von Schnitten inszeniert werden konnten. Das hält keinem Vergleich mit amerikanischen Serials, die hier das Vorbild waren, stand.

    Luciano Albertini ist der Tausendsassa, der von ihm zu erwarten ist. Etwas unglücklich besetzt fand ich Annie Gorilowa als eine der weiblichen Hauptdarstellerinnen. Sie hat mich ein bisschen an Elise Cavanna in W.C. Fields "The dentist" erinnert, und ich hätte ihr eine Zahnbehandlung empfohlen ;) Das hat man allerdings damals anders gesehen, und da will ich nicht meckern ;) Evi Eva fand ich einfach nur süß :love: Ihre Rolle ist nicht sehr anspruchsvoll, allerdings ist sie optimal besetzt, und sie bringt ihr Charisma, das sie zweifelsohne hatte, rüber.

    Fazit: ein ansprechender Stummfilm, der als Sensationsfilm nicht ganz an die amerikanischen Vorbilder heranreicht, aber trotzdem seine Qualitäten hat und sich wirklich lohnt :thumbup:

    Toll, dass arte solche Filme auch wieder ausgräbt und zeigt.

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Ich war ehrlich gesagt ein klein wenig enttäuscht von "Mister Radio". Daß der Plot eher vergessbar ist, war ja zu erwarten, aber ich fand viele der Stunts einfach zu repetitiv (wie häufig hängen da eigentlich die Leute über dem Bergesabgrund?), und den Schlusshöhepunkt fand ich dermaßen 'over-the-top', daß ich da wirklich loslachen mußte... Was die Damen angeht: Evi Eva ist in der Tat süß, aber die etwas 'herbe' Schönheit Annie Gorilowa hat mir dann doch mehr gefallen; sehr schöner 20er-Jahre Stil ;)


    Im Ganzen also durchaus sehenswert, aber trotzdem frage ich mich, warum man statt dieses Films nicht einen der durchaus vergleichbaren, noch existierenden frühen Harry-Piel-Filme restauriert hat (zum Beispiel den ziemlich großartigen Film "Rivalen" von 1923) . Piel war nicht nur ideenreicher, sondern zudem auch der bessere Schauspieler. Und natürlich der deutsche Sensationsfilmdarsteller schlechthin.

  • So reagiert eben jeder unterschiedlich auf solche Filme. Ist ja auch nicht schlimm. Schließlich handelt es sich hier ja um die Unterhaltungsbranche. Und ich schätze, damals waren die Fans von Piel und von Albertini usw. so ähnlich wie die Fans von FC Bayern München und 1860 München oder St. Pauli und der HSV.


    Trotzdem finde ich es wichtig, in die Breite zu streuen, gerade bei Stummfilmen. Du sagst ja selbst: Harry Piel war der deutsche Sensationsdarsteller schlechthin. Und gerade deshalb ist es wichtig, andere Darsteller zu entdecken. Umso mehr gezeigt wird, umso weniger Darsteller geraten in Vergessenheit. Von Harry Piel kann jeder Filmfan off-hand drei bis vier Titel aus dem Ärmel schütteln. Aber Luciano Albertini? Und an diesen Filmen hängen dann ja auch wieder andere Darsteller, wie z.B. Evi Eva oder meinetwegen Annie Gorilowa. Gerade von Evi Eva habe ich schon lange ein bewegtes Bild gesucht.


    Aber eine Sache möchte ich schon noch anführen. Schau die einmal Malsaommas Bildästhetik an. Die schwarz-weiß-Effekte oder die Bildkomposition. Das ist ganz starkes Filmhandwerk bis hin zu Filmkunst. Selbst wenn er sich ziemlich offensichtlich bei anderen Regisseuren bedient.

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Gottseidank hast du nicht die Fans von Hannover 96 und Eintracht Braunschweig erwähnt :D


    Aber im Ernst: du hast natürlich völlig recht, daß es wichtig ist, auch die weniger bekannten Schauspieler zu entdecken. Albertini war mir zuvor zwar schon von "Die Jagd nach der Million" bekannt (läuft gerade im Online-Kino des DFF für eine nicht allzu hohe Gebühr: https://dff.cinemalovers.de/de…ed-4d23-a36d-37266d102ddb ), aber Evi Eva und Annie Gorilowa waren mir bisher keine bekannten Namen. Und ja, Malasomma war ein äußerst talentierter Regisseur, und manches in "Mister Radio" wirkt ja schon wie eine Art 'Vorübung' für die Filme, die er wenige Jahre später mit Luis Trenker gedreht hat (wobei allerdings das Gekraxel bei Arnold Fanck auch immer noch ein bißchen spektakulärer rüberkam).


    Wie auch immer: in der Tat sehr schön, daß arte nach "Hoffmanns Erzählungen" einen weiteren weithin unbekannten Film ausgegraben hat. Das ist wirklich viel interessanter als immer nur den 'Kanon' runterzubeten. Auch wenn natürlich keiner der beiden Filme an Stroheims "Blind Husbands" rankommt (der demnächst auf arte laufen wird, aber im Prinzip natürlich ein 'alter Hut' ist).

  • Annie Gorilowa war mir auch vollkommen unbekannt. Sie scheint sich in eine Reihe von russischen Darstellerinnen einzugliedern, die in den 20er Jahren im deutschen Stummfilm aktiv waren, ohne großartig aufzufallen. Da sind mir schon öfter ein paar Namen untergekommen.

    Evi Eva war in den 20er Jahren recht populär, ist aber gegen Ende des Jahrzehnts wieder abgetaucht und Mitte der 80er Jahre gestorben.

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Mir ist übrigens ein Fehler im Film aufgefallen: Nachdem die Dame im Tanzsaal ihre Solodarbietung absolviert hatte, wurden Blumen auf die Tanzfläche geworfen. Dann kam eine Balletttruppe und die Blumen waren alle verschwunden. Ich dachte schon, dass dort wohl jemand ganz schnell mit dem Besen gefegt hat, aber als nach der Balletttruppe die Tanzpaare auf das Parkett kamen, waren die Blumen alle wieder da. :-)