Verschwundene Stars

  • Hallo Okinonami: zunächst einmal herzlich willkommen! Sehr schön, wenn es hier noch ein paar weitere Interessenten an "verschwundenen" Stars gibt.


    Danke für deinen interessanten Beitrag. Die Todesursache von Hilde Wolter hat mich schon lange interessiert. Selbstmord 1946 lässt ja zunächst einmal an einen Kriegszusammenhang denken. Weißt du zufällig, was ihre Tochter anschließend gemacht hat? 87 Jahre sind heutzutage ja keine Seltenheit mehr. Allerdings dürfte ihr Nachname kaum noch "Dolch" sein.

    Der Film ist ein Spiegel des Lebens und der Phantasie. Ich liebe das Leben, und ich lasse meine Phantasie gerne spielen.

    Das Filmen trägt mich über den Alltag hinaus. Darum liebe ich diese Kunst und diene ihr.

    Thea Sandten

  • Danke Austernprinzessin ! Naja, ich muss mich erst einmal durch dieses überwältigende Forum wühlen und mir die Handlings aneignen. Zu Deiner Frage: Ja, 1946 war die Lage insgesamt doch noch sehr aussichts- und trostlos, wenn man über die Gründe einmal spekulieren darf. Vielleicht hat die Tochter promoviert, da käme man schon einen Schritt weiter. Oder man recherchiert, ob die Grabstelle eventuell noch vorhanden und von Angehörigen betreut wird. Kommt Zeit, kommt Rat... Interessant wäre es schon, die Tochter einmal befragen zu können.

  • Einige Jahre später sieht das dann ganz anders aus. Der Humorist bescheinigt Pabst 1917, für ein "munteres Zusammenspiel" gesorgt zu haben. 1929 schreibt das Prager Tageblatt sogar, dass der Erfolg eines Stückes bei der reichsdeutschen Uraufführung in Chemnitz (da ist zumindest ein Hinweis auf den von Kosch genannten HP!) in erster Linie der pointensicheren und glanzvoll eleganten Regie (Heinz Pabst) und dem gutgelaunten,

    mondänen und witzigen Spiel der beiden Hpauptdarsteller" liege.

    Bingo 8):thumbup: Das dürfte der Heinz Pabst auf dem Foto sein. Als ich eben die Karte eingeordnet habe, habe ich gesehen, dass auf der Rückseite eine Marke klebt: Genossenschaft deutscher Bühnenangehörigen, Ortsverband Chemnitz

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    Thea Sandten

  • Ein sehr interessanter Thread! Hier wurde vor einiger Zeit nach Hilde Wolters gefragt. Vielleicht kann ich noch einige Details hinzufügen:

    Sie wurde als Tochter des Kaufmanns Albrecht Wollschläger und dessen Ehefrau Elise geb. Matuschek in Berlin geboren, wann ist ja bekannt. Sie heiratete am 7. September 1922 in Berlin-Neukölln den Kaufmann Friedrich Wilhelm Dolch, geboren am 7. April 1888 in Gablonz/Böhmen. Die Familie zog nach Dresden, wo 1935 ihre Tochter Rosemarie Hedwig Emma Dolch geboren wurde. In Hilde Wolters Todesurkunde ist als Berufsbezeichnung "Prokuristin" angegeben, sie wohnte zu dieser Zeit in der Marie-Simon-Straße 6 in Dresden und wurde dort am 1. März 1946 tot aufgefunden. Als Todesursache ist tragischer Weise Erhängen angegeben. Ihr Leichnam wurde am 12. März 1946 eingeäschert und auf dem Waldfriedhof Dresden-Weißer Hirsch beigesetzt. Die Berufsbezeichnung des Gatten lautete Kaufmännischer Direktor. Ihre Tochter, die den Tod angezeigt hat, war damals Studentin und könnte rein theoretisch noch am Leben sein. Quelle: Ancestry

    Im Adressbuch 1943/44 gibt es einen Eintrag: Dolch, Friedrich W., Hauptmann, Dresden-Blasewitz, Emser Allee 8, Erdgeschoss

  • Ich möchte hier mal wieder die in Vergessenheit geratene Lili Dominici ins Gedächtnis zurückholen und darauf hinweisen, dass von ihr mittlerweile 19 (!) Filmauftritte bekannt sind. Ihr Wirkungskreis konzentrierte sich auf den bayerischen Raum.

  • Eine weitere Schauspielerin, deren Lebensdaten noch im Dunkeln liegen ist Hilli Wildenhain. Sie ist bekannt aus den Neuen Lausbubengeschichten als sächselnde Frau des Privaterziehers Semmelmaier, gespielt von Carl Wery, dem der Ludwig den exorbitanten Bart abschneidet.

    Sie war bis zu dessen Tod mit Hans Leibelt liiert und dürfte in München gestorben sein. Meine schriftliche Anfrage beim Meldeamt auf erweiterte Melderegisterauskunft (nur in dieser Form wird auch das Sterbedatum mitgeteilt) wurde abschlägig beschieden.X(

  • Ich schaue gerade die Serie "Die Schöngrubers" und da fällt mir eine Schauspielerin auf, die durch ihr komödiantisches Talent in der Rolle einer berlinernden Aufwartefrau überzeugt: Rosemarie Kühn. Über sie ist ad hoc im Internet nicht viel zu finden.

    Rosemarie Kühn hat auch die Mutter von "Michael" (Diether Krebs) bei "Ein Herz und eine Seele" gespielt.

    Die RKK führt eine Rosemarie Kühn auf, die am15. Juni 1923 geboren wurde. Altersmäßig könnte das gut zu "Frau Graf" passen.

  • Ist jemandem schon einmal dieser Schauspieler über den Weg gelaufen (im übertragenen Sinne8o)?

    Jener Volkmar Einenkel?

    Quote

    Leipziger Tageblatt, 28. September 1915


    Das zweite Wohltätigkeitskonzert unserer feldgrauen Bühnen-Künstler. Die vielfach gewünschte und befürwortete Wiederholung des Konzertes erfreut sich bereits einer solchen Nachfrage, daß auch diesmal die selbstlose Mühe der Mitwirkenden mit einem guten Erfolge belohnt werden wird. Der Ertrag (beim ersten Male bekanntlich 1760 M), wird diesmal in erster Linie der Invalidenfürsorge für Leipziger Kriegsteilnehmer (Heimatdank Leipzig), zufließen. Das Programm selbst ist größtenteils ein anderes. So wirb u. a. Offiziersstellvertreter Kammersänger Walter Soomer im zweiten Teil einige altbewährte volkstümliche Gesänge ohne kriegerischen Einschlag zu Gehör bringen, und Frau Cläre Hansen-Schultheß wird drei von Unteroffizier Opernsänger Hans Lißmann komponierte Lieder, von diesem selbst am Flügel begleitet, vortragen. Leiter des Konzertes ist Unteroffizier Schauspieler Volkmar Einenkel, der als der Urheber der beiden Veranstaltungen bereits den ersten Abend mit so prächtigem Gelingen durchführte.

  • Ah! Einen Pour le mérite an E.W.Emo! ;) Tätsächlich: Im Neuen Theater-Almanach wird er 1913 als Mitglied der Städtischen Theater Leipzig geführt.

    Im Adressbuch der Stadt Leipzig selbst taucht ein Volkmar Einenkel aber erst ab 1925 auf und zwar mit der Berufsbezeichnung "kaufmännischer Vertreter" und dann ab 1934 bis 1935 unter der Bezeichnung "Kaufmann" und im Jahr 1943 nochmals unter selber Adresse als "Verlagsvertreter". Geht man davon aus, dass es sich um ein und dieselbe Person handelt, dürfte der I.WK auch Volkmar Einenkels Schauspielkarriere beendet haben.

  • Ah! Einen Pour le mérite an E.W.Emo! ;) Tätsächlich: Im Neuen Theater-Almanach wird er 1913 als Mitglied der Städtischen Theater Leipzig geführt.

    Im Adressbuch der Stadt Leipzig selbst taucht ein Volkmar Einenkel aber erst ab 1925 auf und zwar mit der Berufsbezeichnung "kaufmännischer Vertreter" und dann ab 1934 bis 1935 unter der Bezeichnung "Kaufmann" und im Jahr 1943 nochmals unter selber Adresse als "Verlagsvertreter". Geht man davon aus, dass es sich um ein und dieselbe Person handelt, dürfte der I.WK auch Volkmar Einenkels Schauspielkarriere beendet haben.

    Am 15. Mai 1912 wirkte Einenkel im Städtischen Theater bei der Leipziger Uraufführung von Tristan Bernhards "Das kleine Café" mit.

  • Lilian Weiss konnte in der zweiten Hälfte der 20er Jahre eine kurze Filmkarriere lancieren. Ihre Lebensdaten sind unbekannt. Ehrlich gesagt hatte ich ihren Namen bis letzte Woche auch noch nie irgendwo gelesen.

  • Allerdings! ^^ Mit einiger Genugtuung habe ich vor einiger Zeit gelesen, dass Mary Kid in den 1930ern nicht nach Hollywood zu Marlene Dietrich vorgelassen wurde, weil die Beamten sie unter ihrem bürgerlichen Namen Gertrud Keul meldeten, von dem die Dietrich noch nie gehört hatte. Tja, das kommt davon... :evil: