Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: TV-KULT Forum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Sebastian

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 13. April 2002

Beiträge: 47 655

1

Donnerstag, 15. März 2012, 20:00

Deutsche Filme in der Popkultur

2007

2 Tage Paris (Spielfilm, Frankreich - Protagonist schaut "M")

2005

Jungfrau (40), männlich, sucht… (US-Film, "Nosferatu" Poster zu sehen)

2003

Blitzkid - Nosferatu (Lied mit Ausschnitten aus "Nosferatu")
Turbostaat - M – Eine Stadt sucht ihren Mörder (Lied zum Thema "M")
Erasure - Solsbury Hill (Im Musikvideo Ausschnitt aus "Metropolis")

2002

Spongebob - Graveyard Shift (Nosferatu bzw. Graf Orlock hat einen Auftritt in einer Folge der Zeichentrickserie, originalbilder aus dem Film)

2001

Simpsons - Trilogie der selben Geschichte (Serie, Folge 266 mit der Episode "Lisas Tag", Anspielung auf "Lola rennt")

1998

Rammstein - Stripped (Musikvideo mit Bilder des Olympia-Films von Leni Riefenstahl)

1995

Die Ärzte - Tour 1995 (Untermalung eines Stückes mit Ausschnitt aus dem Film "M")

1994

Blue System - Dr. Mabuse (Lied, sowie Musikvideo mit Zitat aus "M")

1993

Haddaway - Life (Musikvideo - Anspielungen auf "Metropolis")

1992

Batmans Rückkehr (Eine Figur heißt Max Shreck, im weitesten Sinne zusammenhängend mit "Nosferatu")

1989

Madonna - Express Yourself (Musikvideo - Anspielungen auf "Metropolis")
Paul Roland - Metropolis (Lied zum Thema/Film "Metropolis")
Helstar - Nosferatu (Album-Titel der Metal-Band zum Film "Nosferatu")

1985

Falco - Jeanny (Musikvideo - Anspielung auf "M")

1984

Queen - Radio GaGa (Musikvideo - Anspielungen auf "Metropolis")
Propaganda - Dr. Mabuse (Lied)

1977

Kraftwerk - Trans-Europa Express (Musikvideo - Anspielungen u.a. auf "Metropolis")

1976

Krieg der Sterne (Kinofilm - C3PO ist eine Anspielung auf die künstliche Maria in "Metropolis")
„Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“

André Gide
  • Zum Seitenanfang

Sebastian

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 13. April 2002

Beiträge: 47 655

2

Donnerstag, 15. März 2012, 20:02

Auch hier möchte ich eine kleine Liste erstellen. Das Beste Beispiel dafür ist ja "Metropolis", welches z.B. in einem Video von "Queen" vorkommt. Der Film "M" kommt zudem in "Jeany" von Falko vor und auch im Film "2 Tage Paris" schaut der Protagonist "M". In "Interview mit einem Vampir" gibt es eine Kinoszene, dort ist der Protagonist zu sehen, wie er gerade "Nosferatu" im Kino sieht und auch in "Jungfrau 40 sucht" ist Nosferatu (ich glaube als Poster) zu sehen. Kennt Ihr weitere Beispiele? Bei Simpsons gibt es doch sicher solche Anspielungen, es gab doch auch mal eine Folge "Lisa rennt" die eine Anspielung auf "Lola rennt" war...?
„Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“

André Gide
  • Zum Seitenanfang

Carry Klips

Fortgeschrittener

Registrierungsdatum: 16. April 2011

Beiträge: 371

3

Donnerstag, 15. März 2012, 21:12

Etwas weit hergeholt vielleicht, aber das originale Video (1977) zu "Trans-Europa Express" von Kraftwerk hat für mich einige Anspielungen auf "Metropolis" und den 'Weimarer Stil' im allgemeinen. Leider kann ich bei youtube gerade nur die englischsprachige Version finden:
http://www.youtube.com/watch?v=qBGNlTPgQII

Auf Deutsch ist das um einiges 'cooler' ;)
  • Zum Seitenanfang

Sebastian

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 13. April 2002

Beiträge: 47 655

4

Freitag, 16. März 2012, 12:23

Stimmt ich glaube einen Ausschnitt des Videos habe ich auch mal gesehen. Vielen Dank für den Hinweis! Ich trage das Musikvideo mit in die Liste ein.
„Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“

André Gide
  • Zum Seitenanfang

jh

Redakteur (jh)

Registrierungsdatum: 10. März 2004

Beiträge: 14 310

5

Freitag, 16. März 2012, 17:54

Auch der Videoclip zu "Wirtschaft ist tot" von Laibach ist an "Metropolis" angelehnt.
  • Zum Seitenanfang

Sebastian

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 13. April 2002

Beiträge: 47 655

6

Samstag, 17. März 2012, 19:53

Danke für den Hinweis. Hier kann man das Video sehen: http://www.dailymotion.com/video/xe33f_l…ft-ist-tot_news Es geht in alle Fälle in die Richtung, aber dirkete Zitate aus dem Film habe ich keine gefunden - bitte um hilfe :) Mir ist das in dem Fall etwas zu wage, was meint ihr? Vielleicht habe ich direkte Zitate auch nur übersehen..?
„Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“

André Gide
  • Zum Seitenanfang

Fritz Lang-Fan

Fortgeschrittener

Registrierungsdatum: 26. Februar 2012

Beiträge: 221

7

Sonntag, 18. März 2012, 01:07

Metropolis ist wohl DER Film in der Popkultur! :-)
Man denke an die Rock-Pop-Fassung von Giorgio Moroder
  • Zum Seitenanfang

Sebastian

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 13. April 2002

Beiträge: 47 655

8

Sonntag, 18. März 2012, 01:20

Das ist wohl wahr - "Metropolis" und "Nosferatu" waren da wohl ohne Frage maßgebend.
„Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“

André Gide
  • Zum Seitenanfang

Andrew

Fortgeschrittener

Registrierungsdatum: 10. Juni 2011

Beiträge: 347

9

Montag, 19. März 2012, 16:36

Etwas weit hergeholt vielleicht, aber das originale Video (1977) zu "Trans-Europa Express" von Kraftwerk hat für mich einige Anspielungen auf "Metropolis" und den 'Weimarer Stil' im allgemeinen. Leider kann ich bei youtube gerade nur die englischsprachige Version finden:
http://www.youtube.com/watch?v=qBGNlTPgQII

Auf Deutsch ist das um einiges 'cooler' ;)
Hier die großartige, viel coolere deutsche Fassung in einer Live-Aufnahme unbekannten Datums (tanzbar!). Im Hintergrund der Bühne laufen auch Ausschnitte aus "Das Stahltier" von Willy Zielke :thumbup: : http://www.youtube.com/watch?v=uHCx1xQ8gRU

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Andrew« (19. März 2012, 17:51)

  • Zum Seitenanfang

Carry Klips

Fortgeschrittener

Registrierungsdatum: 16. April 2011

Beiträge: 371

10

Montag, 19. März 2012, 18:08

Das ist aus der offiziellen Live-DVD namens "Minimum-Maximum" von 2004. Sehr gelungen, bloß haben die Herren Roboter hier nicht mehr die schönen Weimar-Frisuren und Anzüge wie in dem 1977er Video. Aber gut erkannt mit "Das Stahltier", ist mir noch nie bewußt aufgefallen.
  • Zum Seitenanfang

Sebastian

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 13. April 2002

Beiträge: 47 655

11

Montag, 19. März 2012, 18:44

Ist "Das Stahltier" im Video von 1977 auch mit dabei oder nur bei dem Mitschnitt des Auftrittes?
„Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“

André Gide
  • Zum Seitenanfang

jh

Redakteur (jh)

Registrierungsdatum: 10. März 2004

Beiträge: 14 310

12

Montag, 19. März 2012, 19:10

Eine Anspielung auf "Metropolis" gibt es außerdem im Videoclip zu "Life" von Haddaway:

http://video.web.de/watch/4130183/HADDAWAY_Life
  • Zum Seitenanfang

Grüner Blitz

Redakteur (drh)

Registrierungsdatum: 3. Juni 2005

Beiträge: 13 880

13

Montag, 19. März 2012, 20:47

Habe mir gerade mal die Liste angesehen. Die Simpsons-Folge heisst auf deutsch nicht etwa "Lisa rennt", obwohl das natürlich passender wäre, sondern "Trilogie der selben geschichte". Die Version von und mit Lisa heisst auch nur "Lisas Tag"
Smörebröd! Smörebröd! Römpömpöm!
  • Zum Seitenanfang

Sebastian

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 13. April 2002

Beiträge: 47 655

14

Dienstag, 20. März 2012, 09:55

Vielen Dank für den Hinweis, Dany. Ich habe es angepasst.

An jh: Auch für diesen Hinweis vielen Dank! Die Anspielung auf den künstlichen Menschen ist nicht zu verkennen. Das Video scheint von 1993 zu sein.

Das hier wäre noch interessant zu wissen, ggf. kann dazu jemand was sagen:

Ist "Das Stahltier" im Video von 1977 auch mit dabei oder nur bei dem Mitschnitt des Auftrittes?
„Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“

André Gide
  • Zum Seitenanfang

Carry Klips

Fortgeschrittener

Registrierungsdatum: 16. April 2011

Beiträge: 371

15

Dienstag, 20. März 2012, 17:10

Nein, im Clip von 1977 sind meines Erachtens nur moderne Aufnahmen, die auf 'alt' getrimmt wurden.
  • Zum Seitenanfang

Sebastian

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 13. April 2002

Beiträge: 47 655

16

Freitag, 6. April 2012, 22:01

Was mir noch einfällt: Ich meine mal gehört zu haben, dass der "Goldene Roboter" aus "Krieg der Sterne" deshalb existiert, weil der Georges Lucas so sehr von "Metropolis" und der mechanischen Frau fasziniert war. Leider habe ich keine Quelle mehr. Hat von Euch auch schonmal jemand was drüber gehört?
„Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“

André Gide
  • Zum Seitenanfang

Registrierungsdatum: 1. September 2011

Beiträge: 1 340

17

Samstag, 7. April 2012, 10:48

Du hast recht, Sebastian. Ich habe auch gelesen, dass C3PO äußerlich an die Maria angelehnt wurde. Man kann hier sicher von einer Reminiszenz sprechen, wobei ich sagen würde, am ehesten trifft die Beschreibung, dass es sich um eine Mischung aus dem Metropolis-Roboter und Stan Laurel handelt, denn C3PO und R2D2 sollen ja auch dem Komikerduo nachempfunden gewesen sein.

Ausserparlamentarische Opposition
  • Zum Seitenanfang

Sebastian

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 13. April 2002

Beiträge: 47 655

18

Samstag, 7. April 2012, 12:41

Das ist ja witzig, das habe ich bislang noch nich gehört, dass die Beiden eine Hommage an Dick und Doof sein sollen :) Aber das ist mir ein Eintrag in der Liste Wert - also die Anspielug auf Metropolis.
„Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“

André Gide
  • Zum Seitenanfang

Andrew

Fortgeschrittener

Registrierungsdatum: 10. Juni 2011

Beiträge: 347

19

Samstag, 2. Juni 2012, 22:42

Ein Film aus dem Jahr 1982 passt meiner Meinung nach sehr gut zu dem Thema des Threads: Kamikaze 1989 von Wolf Gremm mit R.W. Fassbinder in seiner letzten Hauptrolle als Polizeileutnant Jansen.

Zitat

Kamikaze 1989
Deutschland 1982, 106 Minuten (DVD: 102 Minuten)
Regie: Wolf Gremm

Drehbuch: Wolf Gremm, Robert Katz, nach dem Roman „Mord im 31. Stock“ von Per Wahlöö
Musik: Edgar Froese
Director of Photography: Xaver Schwarzenberger
Montage: Thorsten Näter
Produktionsdesign: Horst D. Furcht, Roland Mabille

Darsteller: Rainer Werner Fassbinder (Polizeileutnant „Kamikaze“ Jansen), Günther Kaufmann (Anton), Boy Gobert (Konzernchef), Arnold Marquis (Polizeipräsident), Richy Müller (Neffe des Konzernchefs), Nicole Heesters (Barbara), Brigitte Mira (Personaldirektorin), Jörg Holm (Vizepräsident), Hans Wyprächtiger (Zerling), Petra Jokisch (Elena), Franco Nero (Weiss)

(...)Obwohl in Berlin und Düsseldorf gedreht, vermittelt der Film den Eindruck einer Großstadt wie Frankfurt. An dem alles beherrschende Medien-Konzern prangt ein Emblem, das dem einer bekannten deutschen Großbank sehr nahe kommt. Immerhin kann der ebenfalls namenlose Chef des Konzerns (Boy Gobert) für sich beanspruchen, 99% Einschaltquote erreicht zu haben. Zudem beherrscht er als „postmoderner“ Hugenberg über die Presse. Überall sind die Programme des Konzerns präsent: In der Disko, auf den Straßen usw. Allein, unter den einem Prozent Menschen, die sich dem Konzern und seinem allmächtigen Programm entziehen, scheint es auch Gewalttäter zu geben, die dem Medien-Macht-Multi den Garaus machen wollen. Eine Bombendrohung samt Ankündigung, man wolle sich für einen Mord rächen, ruft die Polizei auf den Plan. Der todkranke, im Rollstuhl sitzende Polizeipräsident (Arnold Marquis), der von einer Krankenschwester (Juliane Lorenz, letzte Lebensgefährtin von Fassbinder) gepflegt und gehegt wird, schickt seinen Paradebullen, Polizeileutnant Jansen (Rainer Werner Fassbinder) ins Feld, sprich: zum Konzern. Jansen kann immerhin mit einer Aufklärungsquote von 100% aufwarten.
Empfangen von der in Blau gekleideten Personaldirektorin (Brigitte Mira) und dem psychopathisch wirkenden, des öfteren hämisch lachenden Vizepräsidenten (Jörg Holm), zu denen sich noch der Neffe des Präsidenten (Richy Müller) gesellt, nimmt Jansen seine Ermittlungen auf, während eine gewisse Barbara (Nicole Heesters) über die Kanäle nur gutes Wetter zu verkünden hat.
Eine Bombe sei in dem von 4.100 Angestellten bevölkerten Konzernkomplex deponiert und solle am 13.9. um 14 Uhr detonieren. Der aalglatte, sich seiner Macht bewusste, doch immer freundlich und zuvorkommend wirkende Chef wiegelt ab, stimmt aber schließlich doch einer Evakuierung des Gebäudes zu. Als dann die Personaldirektorin mir nichts dir nichts nach einem Fenstersturz tot vor dem Gebäude liegt, scheint es für Jansen kompliziert zu werden. War das ein Unfall oder Mord? Als der Konzernchef ausgerechnet seinen Neffen als vermeintlichen Täter präsentieren und der Polizeipräsident den Fall ad acta legen will, durchschaut Jansen das Spiel, das man mit ihm treiben will, kommt aber zunächst keinen Zentimeter weiter.
Aber Jansen wäre nicht Jansen, würde er sich durch seinen Vorgesetzten lahm legen lassen. Er ermittelt weiter und unterbricht eine Weile den Kontakt zum Polizeipräsidenten. Zusammen mit seinem Kollegen Anton (Günther Kaufmann) kommt er auf die Spur einer verschwörerischen Gruppe, in deren Machenschaften auch die Ex-Geliebte des Chefs, die schöne Elena (Petra Jokisch), sowie die Wetter-Fee Barbara verwickelt sein könnten. Auch ein gewisser Zerling (Hans Wyprächtiger), der genauestens über den Konzern Bescheid zu wissen scheint, und ein Ex-Angestellter des Konzerns namens Weiss (Franco Nero) scheinen mehr zu wissen, als sie zunächst sagen wollen.
Für Jansen wird es eng. Denn dem Konzernchef ist er inzwischen eher lästig geworden. Und zwei bewaffnete, maskierte Gestalten schießen auf ihn und Anton. Und noch etwas: Alle munkeln von einem angeblichen 31. Stock im Konzerngebäude, das offiziell nur 30 Stockwerke haben soll ...

Gremm entfacht ein teilweise grelles, auf jeden Fall aber farbenfrohes Sciencefiction-Theater, das in der Ausstattung und vor allem in den Personen an jene Comics erinnert, die man nicht allzu ernst nehmen kann, aber auch nicht nur für reine Fiktion halten sollte. Die Figuren sind überzeichnet, während die Handlung durchaus ihre realistische Berechtigung hat. Dafür spricht schon Per Wahlöö, dessen Romane sicherlich in den Bereich der seriösen Schriftstellerei mit ebenso ernsthaftem Hintergrund gehören. Das Schrille der Gremmschen Inszenierung kann darüber nicht hinwegtäuschen, eher im Gegenteil. Das Parodistische der Inszenierung, durch das einerseits die Machtgelüste und totalitären Eigenheiten einer medial überformten und beherrschten Gesellschaft in den Bereich der Groteske „verbannt“ werden, während andererseits gerade dadurch die Gefahren visuell vermittelter Machtphantasien umso deutlicher werden – dieses Parodistische lässt in allen Figuren Gutes wie Böses zum Vorschein geraten, oder eben das letztlich Lächerliche der Macht.
Gremm setzt in den Mittelpunkt der Handlung den bizarren Polizeileutnant Jansen – und damit den Schauspieler Rainer Werner Fassbinder (übrigens in seiner letzten Rolle vor seinem Tod im selben Jahr am 19. Juni 1982; der Film kam erst nach seinem Tod in die Kinos). Fassbinder nahm seine Rolle ernst und hörte auf den Regisseur, ohne sich in dessen Kompetenzen einzumischen. Die beiden Freunde Gremm und Fassbinder kamen – so auch der Eindruck nach Sicht eines Specials auf der 2005 erschienenen DVD – exzellent miteinander aus, was dem Film mehr als gut bekam. Und Fassbinder gab sein Bestes: Im Ganzkörper-Leoparden-Look dieses erfolgreichen Bullen – selbst sein Taschentuch trägt das Muster besagten Tieres – geht der Schauspieler voll auf. Ein Eigenbrötler, der sich bei seinem Chef nur meldet, wenn er Lust hat, ein eigener Kopf, der ermittelt, wie er will. Ein Alkoholiker dritten Grades, der kaum etwas mit seinen eher kleinbürgerlich wirkenden Kollegen gemein hat.
Einer eben, der seine „Kundschaft“ kennt, wie einer aus dem kriminellen Milieu wirkt, ein bisschen arrogant, aber nicht zu viel, ein bisschen geckenhaft, aber auch in Maßen. Ein Exzentriker par excellence, der sich jedoch sicher von niemandem bestechen ließe; das ginge ihm gegen die Hutschnur. Einer, für den Gewaltanwendung ein Mittel zum Zweck ist, und dabei ist er nicht gerade zimperlich – etwa wenn er einen Verdächtigen durch laute Musik fast zum Wahnsinn treibt oder sich mit einem Absperrbrett auf dem Dach des Konzerns eines Verfolgers entledigt, der in die Tiefe stürzt.
(...)
Die Geschichte selbst beinhaltet im Kern ein Komplott des eiskalten Konzernchefs, das die letzten unabhängig (von den Intentionen des Medienriesen) denkenden Intellektuellen ausschalten sollte, die sich nun nach den nicht ganz erfolgreichen Versuchen, sie auf diese Weise kaltzustellen, rächen wollen. Dabei kommt dem italienischen Star-Schauspieler Franco Nero in der Rolle des Weiss (Neros erste Rolle in einem deutschen Film) eine zentrale Bedeutung zu. Damit zeigt Gremm auch in durchaus kritischer Absicht die Unfähigkeit der Intellektuellen, der Macht etwas Wirksames entgegenzusetzen. Franco Neros Weiss, in eine Uniform gekleidet, so dass man ihn fast für einen vergessenen Angehörigen der deutschen Wehrmacht halten könnte, verbirgt sich, schweigt, verdeckt seine Unfähigkeit gegenüber der Macht des Medienkonzerns hinter der Fassade des intellektuellen, leicht elitären Sonderlings, der nur noch in der anonymen Drohung ein Mittel sieht, dem Konzernchef Paroli zu bieten, dem er und andere zuvor abgenommen hatten, sie sollten eine neue Aufklärung des Volkes initiieren. Auch diese Dummheit, dem Konzernchef auf den Leim gegangen zu sein, rächt sich in der Pose des verkleideten „Spinners“.

Für heutige Sehgewohnheiten wirkt „Kamikaze 1989“ vielleicht etwas zu schrill. Doch nach zweimaligem Sehen des Films muss ich gestehen, dass ich solche Filme heute eher vermisse.
Quelle: Ulrich Behrens http://www.follow-me-now.de/html/body_kamikaze_1989.html und (ohne Bilder) http://www.filmzentrale.com/rezis/kamikaze1989ub.htm

Ich besitze die DVD und habe mir den Film schon mehrmals angesehen. Gerade wegen seiner Exzentrizität und des durchaus ernst zu nehmenden Themas fasziniert er mich. Das Lachen bleibt mir dabei öfter im Halse stecken. Fassbinder spielt jedenfalls wirklich sehr intensiv und war mit Freude bei der Sache. Jedermanns Ding ist dieser Film auf jeden Fall nicht.

Leider gibt es auf YouTube nur einen Ausschnitt mit viel zu dunklem Bild. Unter dem Quellenlink findet man jedoch einige Bilder aus dem Film.
  • Zum Seitenanfang

Sebastian

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 13. April 2002

Beiträge: 47 655

20

Mittwoch, 13. Juni 2012, 17:53

Wie ich gerade gesehen habe, gibt es von der Gruppe "Propaganda" ein Lied namens "Das Testament des Dr Mabuse", aus dem Jahr 2002: http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B0…eutschfilmed-21

Ich habe es hiermit in die Liste mit eingefügt.

1994 hat die Gruppe "Blue System" mit Dieter Bohlen das Lied "Dr. Mabuse" veröffentlicht: http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B0…eutschfilmed-21 Auch das habe ich in die Liste eingetragen. Außer ein großes "M" (was mehr an den ersten Tonfilm von Fritz Lang erinnert) und einer Schwarz-Weiss-Optik erinnerte mich beim kurzen Drübersehen über das Video nichts an den Film oder die Figur: http://www.myvideo.de/watch/6203728/Blue_System_Dr_Mabuse
„Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“

André Gide
  • Zum Seitenanfang