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No Nick

Meister

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141

Montag, 2. Oktober 2017, 21:10

PRINZIPIELL gebe ich Dir vollkommen recht. Aber alle reden so sehr am Thema vorbei. Wie ich schon einmal geschrieben habe, habe ich (und auch die meisten Kritiker des Themas) nichts dagegen, Asylsuchende aufzunehmen, auch wenn rein rechtlich kein einziger der Leute, die als "Flüchtlinge" bezeichnet werden, ein Recht auf Asyl hierzulande haben, weil sie alle aus sicheren Drittstaaten kommen. Aber selbst wenn man das mal weg lässt, hat man ja keine Ahnung wer jetzt genau Asylberechtigt ist, weil es keinerlei Konrtollen gab und die nachträgliche Kontrolle aufgrund fehlender Papiere unmöglich gemacht wird. Und das finde ich so ungerecht, gerade gegenüber die Leute, die tatsächlich Asylberechtigt wären (mal von der Drittstaatenregelung abgesehen). Hier müsste man als allererstes Ordnung rein bringen.


Ja, was meinst du denn, wie es bisher war? Genau so! Seit 1949! Es waren bisher nur weniger, das ist der einzige Unterschied. Nur wenige von ihnen bringen einen Pass mit.

Zitat

Und dann auch Hilfsmöglichkeiten in den Regionen vor Ort schaffen - denn die allerärmsten und allerschwächsten kommen aus den Gebieten sowieso nicht raus. Mütter mit kleinen Kindern, alte, gebrechliche usw. Für all das fehlt Kraft und Gelder, weil so ein Chaos herrscht :( Und damit meine ich nicht das Chaos in den Krisengebieten, sondern das Chaos in Europa.


Da könnten wir alle dazu beitragen: Wenn jeder sozialversicherungspflichtig Beschäftigter monatlich 50 Cent spendet, hätten wir binnen eines Jahres 192.876.000,- € zusammen. Bei 2,50 € im Monat würden wir uns schon der Milliardengrenze nähern. Dazu könnten Selbständige, Beamte (wie ich) oder sonst irgendwie Vermögende mitmachen, es käme eine Unsumme von Geld zusammen. Aber wir erwarten es immer nur von den anderen, nie von uns. Und ich darf gestehen, dass ich mich in diese Kritik mit einbeziehe.

@Conrad: Am Grundgesetz vorbei kann man eigentlich nichts lavieren. Das einzige, was sein kann: dass niemand dagegen klagt. Angesichts der Tatsache, dass fast alle abgelehnten Asylbewerber klagen, würde eine Obergrenze aber unweigerlich das höchste Gericht irgendwann beschäftigen.
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Vogel Specht

Erleuchteter

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142

Montag, 2. Oktober 2017, 21:49

Zitat

Ja, was meinst du denn, wie es bisher war? Genau so! Seit 1949!


Umso wichtiger, das Thema passend anzugehen, damit auch wirklich geholfen werden kann.

Zitat

Da könnten wir alle dazu beitragen: Wenn jeder sozialversicherungspflichtig Beschäftigter monatlich 50 Cent spendet, hätten wir binnen eines Jahres 192.876.000,- € zusammen. Bei 2,50 € im Monat würden wir uns schon der Milliardengrenze nähern. Dazu könnten Selbständige, Beamte (wie ich) oder sonst irgendwie Vermögende mitmachen, es käme eine Unsumme von Geld zusammen. Aber wir erwarten es immer nur von den anderen, nie von uns. Und ich darf gestehen, dass ich mich in diese Kritik mit einbeziehe.


Ins Chaos hinein zu spenden bringt u.U. nicht viel. Leider weiss man ja bei vielen Organisationen nie wo das Geld landet oder wieviel davon am Ende dort landet, wo es landen soll. Und es ist ja nicht so, als wenn kein Geld da wäre. Aber prinzipiell hätte ich z.B. nichts dagegen den Soli umzubauen um die Gelder dann bewusst einzusetzen für tatsächlich Hilfesuchende, zur Sicherung der Grenzen, für Hilfezentren in den Kriegsgebieten - aber auch in Gebieten wo kein Krieg herrscht, aber den jeweiligen Völkern die Jugend weg läuft, weil Ihnen (von Schleppern und anderen Organisationen) Dinge versprochen werden, die dann nicht umgesetzt werden können. Also sehr gerne Investitionen in Hilfe vor Ort. Gerne auch in Berufsschulen oder Hochschulen für Leute die tatsächlich dann mal ins Ausland gehen möchten, ggf. dann auch mit Landeskunde, Sprachschulen - wobei diese armen Regionen ihre guten Leute eigentlich vor Ort bräuchten, damit sie nicht noch mehr ausbluten.
„Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“

André Gide
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No Nick

Meister

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143

Montag, 2. Oktober 2017, 23:43

Ins Chaos hinein zu spenden bringt u.U. nicht viel. Leider weiss man ja bei vielen Organisationen nie wo das Geld landet oder wieviel davon am Ende dort landet, wo es landen soll.


Du schreibst doch selbst, dass wir vor Ort helfen müssen. Was die korrekte Verwendung des Geldes angeht, da kenne ich mich nicht aus, aber ich weiß, dass darüber Rechenschaft abgelegt werden muss. Die müssen Buch führen, wie andere Betriebe auch.

Und das ist manchmal gar nicht so einfach. Nach dem Tsunami 2004 wurde mehr Geld gespendet, als benötigt wurde. Wegen der Zweckgebundenheit konnte man es nicht einfach für etwas anderes verwenden. Wie das Problem gelöst wurde, ob überhaupt, weiß ich leider nicht.
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Vogel Specht

Erleuchteter

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144

Montag, 2. Oktober 2017, 23:51

Ja, gerne Hilfe vor Ort. Gerne auch in Form von Spenden, aber wichtig wäre hier, dass auch zuverlässig alles abläuft.
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André Gide
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No Nick

Meister

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145

Dienstag, 3. Oktober 2017, 14:26

Das sollte selbstverständlich sein, egal wofür du spendest.

Nebenbei: Das gilt auch für Organspenden. Da man hier lange nichts negatives mehr gehört hat, gehe ich davon aus, dass es keine Unregelmäßigkeiten mehr gibt. ;)
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Conrad

Profi

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146

Dienstag, 3. Oktober 2017, 15:34

Ich habe mich mit Afrika ein wenig beschäftigt: Man sagt, dass die, die für Organisationen arbeiten, die Projekte vor Ort durchführen, ihren Idealismus vergessen sollten. Ich habe vor einiger Zeit mit jemandem gesprochen, der bei so einer Organisation arbeitet. Er hat mir erzählt, dass ein Problem darin liegt, dass immer auf einmal viel Geld in solche Projekte gepumpt wird, aber dass so etwas nie vorbereitet wird. Und das führt dann dazu, dass nach Abschluss wieder alles einschläft oder zerfällt. Es müsste viel langfristiger und nachhaltiger gearbeitet werden.
Dazu kommt, dass in Afrika die Probleme weit in die Vergangenheit zurückreichen. Dadurch, dass im 19. Jahrhundert alles mit Zirkel und Lineal aufgeteilt wurde und keine Rücksicht auf Völker genommen wurde, sind viele Spannungen entstanden, die sich nicht mehr lösen lassen. Von vielen Kriegen bekommen wir hier in Deutschland überhaupt nichts mit, weil in den Nachrichten nichts darüber berichtet wird. Das gilt auch für Dürren und Hungersnöte.
Was uns hier in Europa auch nicht bekannt ist, ist, dass es zwar offiziell keine Kolonien mehr gibt, aber dass Länder wie Frankreich oder Großbritannien sehr wohl noch Kontrolle über ihre ehemaligen Kolonien haben und kein Interesse an Selbstständigkeit dieser Länder haben. Offiziell ist der französische Einsatz in Mali zwar eine Friedensmission, aber der eigentliche Grund dürfte das Uran im Norden Malis sein. Ähnliches gilt für Burkina Fasos Revolution von 1983. Der 1987 ermordete Präsident Thomas Sankara dürfte den Franzosen ein Dorn im Auge gewesen sein, weil er Burkina Faso in die Selbstständigkeit führen wollte. Es gibt durchaus ernstzunehmende Stimmen, die sagen, dass Frankreich an seiner Ermordung beteiligt war.
Der Klimawandel darf auch nicht vergessen werden. Viele Menschen fliehen auf Grund der extremen Wetterbedingungen in vielen Ländern oder dem Anwachsen der Wüsten. Auch davon erfährt man bei uns kaum etwas.
Diese Probleme werden sich nie lösen lassen, sondern dazu führen, dass immer mehr Menschen sich auf den Weg machen werden.

Nach dem, was mir jetzt bekannt ist, werden die Flüchtlingsströme in den nächsten Jahren noch deutlich zunehmen, nicht kleiner werden.

Fluchtursachen bekämpfen, Hilfe vor Ort, sind große Wörter, aber das wird nicht funktionieren. Dafür sind die Probleme viel zu komplex. Das einzige, was Europa tun kann, ist zu versuchen, sich die Leute vom Hals zu halten, zum Beispiel indem man Zäune aufbaut oder Länder dafür bezahlt, dass sie Flüchtlinge schon dort mit irgendwelchen Mitteln aufhalten, zum Beispiel in Lagern, damit sie sich gar nicht erst auf den Weg nach Europa machen können oder indem sie Flüchtlingsschiffe aufhalten oder versenken.

Es stellt sich außerdem die Frage, wie man Fluchtursachen bekämpfen will oder mit Ländern zusammenarbeiten will, wenn die Länder selbst im Chaos zerfallen oder keine richtige Zusammenarbeit suchen.

Ich weiß leider nicht mehr, welche Journalistin neulich auf Phoenix explizit darauf hingewiesen hat, dass es in dieser Diskussion sinnlos ist, mit ethischen Argumenten zu kommen, allerdings hat sie auch darauf hingewiesen, dass es nicht möglich sein wird, die Flüchtenden zu stoppen, sondern nur, es ihnen schwerer zu machen. Du, Vogel Specht, hast ja auch geschrieben, dass die Zahl der illegalen Einwanderer sehr hoch ist. Die wird dann definitiv noch mehr ansteigen, genauso wie zum Beispiel auch Radikalisierungen.
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No Nick

Meister

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Dienstag, 3. Oktober 2017, 18:03

Eine sehr gute Einschätzung, aber eines fehlt meines Erachtens noch: dass die Industrieländer Afrika nicht als gleichberechtigten Handelspartner betrachten. Europäische Waren sind billiger als afrikanische, weil sie stark subventioniert werden. Davon profitieren insbesondere französische Bauern, die ihre Pfründe auch nicht hergeben wollen.

Übrigens: Es waren mehr Besucher auf dem Oktoberfest als 2016.
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No Nick

Meister

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Beiträge: 2 369

148

Samstag, 7. Oktober 2017, 14:16

In acht Tagen wird schon wieder gewählt: Die Landtagswahl in Niedersachsen, die regulär im Januar stattfinden sollte, wurde vorgezogen, weil die Regierung durch Fraktionsaustritte keine Mehrheit mehr hat. Das Ergebnis dürfte ziemlich offen sein, weil die SPD plötzlich wieder an Zustimmung gewinnt. Auch die AfD ist weiter im Aufwind, obwohl sie sich als zerstrittener Haufen entpuppt. Der Union hat die eigene Uneinigkeit jedenfalls eher geschadet. Die Linke muss um den Einzug ins Parlament bangen.
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