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Sebastian

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 13. April 2002

Beiträge: 38 823

1

Mittwoch, 9. November 2011, 09:06

Iran

Ich war ja schon sehr geschockt als ich mitbekommen habe, dass Israel ernsthaft plant, Iran anzugreifen, weil dort angeblich Atomwaffen hergestellt werden. "Beweise" sollten noch folgen. Da kamen natürlich direkt Erinnerungen an die angeblichen Massenvernichtungswaffen im Irak wieder zum Vorschein. Nun hat die IAEA scheinbar "bewiesen", dass Iran angeblich an der atombombe arbeitete (vergangenheitsform) . Das ist laut einem gutachten angeblich gesichert. Reaktion aus israel:

Zitat

«Jetzt, wo die Wahrheit vor den Augen der Welt aufgedeckt wurde, muss Israel die freie Welt mobilisieren, um den Iran zu stoppen.»


Da Frage ich mich, was die wahre Intention ist? Für mich ist das einfach nur Kriegshetzerei. Wenn sich der Großteil der arabischen Welt/teile des Ostens am Ende gegen Isreal und damit dann auch gegen den gesamten Westen vereint, dann geht richtig die Post ab und ein 3. Weltkrieg ist voll im Gange. Die arabische Welt/die östlichen Länder haben zwar nicht die Waffen des Westens, dafür sitzen viele kampfbereite Leute in den westlichen Städte, die bereit sind, alles zu opfern und dafür sorgen könnten, dass es in den Städten ähnlich terroristisch abgeht, wie im Bombenterror.

Selbst wenn die Atomwaffen vorhanden sind: Man sollte immer versuchen so etwas friedlich zu lösen. Man muss die anderen Länder - auch wenn es sich um Unterdrücker-Regime handelt - immer mehr oder weniger auf einer Augenhöhe begegnen, sonst sind Annäherungen und Verbesserungen einfach nicht möglich. Wenn sich solche Länder immer verdächtigt und politisch unterdrückt fühlen, ruft man am Ende genau das hervor, vor dem Israel angeblich jetzt so große Angst hat.
„Ich will nicht sagen, dass ProSieben lange Werbung macht, aber während des letzten Werbeblocks ist der Mond doch merklich weitergezogen.„
Dany Robert Hunselar


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Quax

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2

Mittwoch, 9. November 2011, 10:17

Warum darf eigentlich Israel Atomwaffen besitzen aber der Iran nicht? Israel besitzt seit etwa 1967 Kernwaffen (100 bis 200 Sprengköpfe). Meiner Meinung nach sind beide Staaten "gefährlich". Keine der beiden ist "reif" genug solche Mega-Waffen zu kontrollieren. Auch interessant, dass Deutschland keine Atomwaffen besitzen "darf", Frankreich aber schon... Es sind allerdings zahlreiche Kernwaffen der USA auf deutschem Boden in sogenannten „Sondermunitionslagern“ deponiert.
"Wer mit seinem Volk nicht Not und Tod teilen will,
der ist nicht wert, dass er mit ihm lebe."

(Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)
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Sebastian

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3

Mittwoch, 9. November 2011, 10:23

Genau das ist auch das Argument aus Iran - wieso Iran kritisiert wird, wegen dem Bau Atomkraftwerke, obwohl die USA beispielsweise ebenfalls Atomkraftwerke hat. Das ist das alte Problem der nicht vorhandenen Gleichberechtigung, mit der man solche Konflikte hervorruft. Wenn man schaut, wie manche westliche Staaten andere Länder angreifen, selbst aber dann beginnen die Rechte anderer Länder zu beschneiden, wenn nur ein Verdacht besteht, dass sie von diesem Land angegriffen werden könnten. Ich beschäftige mich gerade (u.a. auch durch die Briefe die ich Studiere) sehr mit der Zeit des Ersten Weltkrieges bis zum Zweiten Weltkrieg. Da waren genau das auch die Gründe, die (mal abgesehen vom Machtgehabe und Großmachtspläne mancher Staaten, sowie die willkürlich festgelegten Grenzen des Versailler Vertrages - zusammen mit dem Entstehen von Minderheiten die reihenweise unterdrückt wurden) für Konflikte sorgten, die der Nährboden für die Kriege waren.
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Quax

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4

Mittwoch, 9. November 2011, 13:18

Stimmt genau. Respekt ist das A und O !!!

Heute war ein witziger Bericht in der Zeitung: :)

Sarkozy schimpft Netanjahu einen Lügner

Eine technische Panne beim G20-Gipfel in Cannes eröffnet faszinierende Einblicke in eine offene Aussprache zwischen US-Präsident Barack Obama und seinem französischen Amtskollegen Nicolas Sarkozy. "Ich kann ihn nicht mehr sehen, das ist ein Lügner", soll der Franzose dem Amerikaner gesagt haben. Gemeint war Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu. Auch Obama hat demnach keine hohe Meinung von seinem Bündnispartner im Nahen Osten. "Du bist ihn leid, aber ich habe jeden Tag mit ihm zu tun", soll er Sarkozy geantwortet haben.

Das Gespräch der beiden war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Nur per Zufall hörten Journalisten auf dem G20-Gipfel in Cannes in der vergangenen Woche den Dialog mit. Sie hatten vor Beginn einer Pressekonferenz ihre Kopfhörer eingeschaltet, als die beiden Staatsmänner ihre Meinung undiplomatisch zum Ausdruck brachten.


Quelle:

http://www.ftd.de/politik/international/…r/60126732.html

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Sebastian

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Beiträge: 38 823

5

Mittwoch, 9. November 2011, 20:05

Ein interessanter Blick hinter die Kulissen ;-)

In der Tagesschau haben sie einen Ausschnitt einer Rede von Mahmud Ahmadinedschad gezeigt. Darin sagte er sinngemäß, dass der Iran nicht dumm ist. Warum wolle man zwei Atombomben bauen, wenn der Gegner 20.000 hat?
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No Nick

unregistriert

6

Dienstag, 22. November 2011, 18:37

Der Iran ist ja auch nicht dumm. Seit 20 Jahren führt er den Westen nun schon an der Nase herum. Ich gehe fest davon aus, dass der Iran bereits die Atombombe besitzt. Und es ist ein Ziel von Verfassungsrang, Israel von der Landkarte auszuradieren. Kritik wird aber nur an Israel geübt.

Wahrlich nicht unintelligent... :thumbup:
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Sebastian

Erleuchteter

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7

Dienstag, 22. November 2011, 18:43

Eben, der Iran sollte ja auch wissen, dass wenn er etwas in der Richtung unternimmt, selbst bald nicht mehr existieren wird und Israel danach ggf. sogar stärker und größer wird. Und wenn die Weltbevölkerung von den USA so an der Nase herum geführt wird ("Wir haben Beweise dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitzt"), darf man sich nicht wundern, wenn man an angebliche Beweise gegen den Iran nicht mehr glaubt. Und selbst wenn es so ist - ein neuer Krieg macht die Sitmmung in der Region nicht gerade besser... Und dass Länder wie die USA nur Krieg des Friedens wegen führen, glaubt glücklicherweise auch kaum noch jemand.
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Sebastian

Erleuchteter

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8

Mittwoch, 4. April 2012, 13:18

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Flo.33

Schachmeister & Herr TV-Kult 1 /06

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9

Mittwoch, 4. April 2012, 22:00

Tja, was soll man sagen?
Ein Literatur-Nobelpreisträger verfasst ein Gedicht und schon werden wieder antisemitische Anfeidnungen vermutet und die Vergangenheit des Autors herausgekramt.
Tja, meine Meinung hat er damit voll und ganz wiedergespiegelt. Auch ich kann nicht verstehen, wieso nur wegen der Vergangenheit heutzutage aus der westlichen Welt kaum einer den Mut hat etwas gegen diese Tyrannei der Israelis zu sagen.

Am Ende bekommt eh wieder das Deutsche Reich die Schuld für die derzeitige Situation. Hätten wir damals nicht..., wären die Juden nicht nach Palästina..., würde es heute nicht...

Ich bin mal gespannt, wer da unten die erste ernsthafte Bombe zündet...

Und um eins vorweg zu nehmen: Ich bin kein Judenfeind, aber was die da unten veranstalten ist nicht akzeptabel.
Wer kämpft, kann verlieren.
Wer nicht kämpft, hat bereits verloren.

"Kämpfen Jürgen kämpfen; kämpfen Jürgen kämpfen!"


- 8-facher "Mr. TV-Kult" -

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Sebastian

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10

Mittwoch, 4. April 2012, 22:08

Es ist nunmal schlicht und einfach Hetzerei und Kriegstreiberei, was da betrieben wird und das ist nicht in Ordnung. Länder, die selbst massenweise Atmokraftwerke und Atomkraftwerke besitzen haben kein Recht, anderen Ländern das zu verbieten!

So fing es in den 20er und 30er Jahre auch an: Das Deutsche Reich hat man komplett abrüsten lassen mit der Auflage, dann ebenalls abzurüsten. Das Deutsche Reich war KOMPLETT abgerüstet, aber KEIN anderer Staat DACHTE nur daran, abzurüsten. Das Deutsche Reich, selbst unter Hitler hat sich über Jahre hinweg an die Verträge gehalten, soweit es machbar war, schließlich waren das nicht gerade humane Verträge. Bis Mitte der 30er Jahre gab es immer wieder Bemühungen von deutscher Seite, dass sich alle an die Abrüstung halten oder dass man selbst zumindest Teilweise zu Abwehrzwecke wieder aufrüsten kann.

Solche Ungerechtigkeiten schüren eben Hass und Krieg.

Und nach dem Angriff auf den Irak, als es ebenfalls um "Massenvernichtungswaffen" ging, die Angeblich vorhanden waren (was mittlerweile selbst von US-Seite dementiert wurde), glaubt man solche Anschuldigungen auch nicht mehr ohne dass Zweifel aufkommen. Das restliche westliche Verhalten der letzten Jahrzehnte trägt ebenfalls dazu bei.
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jh

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11

Mittwoch, 4. April 2012, 23:13

Bei dieser ganzen Diskussion sollte man aber auch nicht außer Acht lassen, daß im Iran ein islamisch-fundamentalistisches und menschenverachtendes Regime an der Macht ist und daß der Iran Hass gegen Israel verbreitet und dem Land seit einiger Zeit droht. Da war auch schon davon die Rede, daß Israel von der Landkarte gestrichen werden soll. Und nicht zu vergessen die Unterstützung der Hisbollah im Libanon, von der häufig Gewaltaktionen gegen Israel ausgegangen sind, womit sich der Iran bereits indirekt an Aggressionen gegen Israel beteiligt. Aber natürlich ist das keine Rechtfertigung für die Kriegstreibereien von Israel oder den USA. Den Iranern ist es zu wünschen, daß sie sich irgendwann von der Diktatur befreien können. Und Israel sollte sich auf die Grenzen von 1947 zurückziehen und aus dem Westjordanland und dem Gaza-Streifen abziehen und die Palästinenser in Frieden leben lassen und in den besetzten Gebieten keine Siedlungen mehr bauen. Im Prinzip ist Israel auch ein religiös-fundamentalistisches System, wenn auch die Staatsform insgesamt viel näher an einer europäischen Demokratie ist als der Iran oder viele andere islamische Länder im Nahen Osten. Als Demokratie würde ich Israel aber nicht bezeichnen, weil es immer heißt, Israel wäre die einzige Demokratie im Nahen Osten. Aber so ist das ein Teufelskreis, der Iran spricht Israel das Existenzrecht ab und droht dem Staat mit der Zerstörung und Israel läßt sich provozieren und begibt sich letztendlich auf das gleiche Niveau. Ob der Iran tatsächlich die Atombombe besitzt oder daran arbeitet, das weiß man nicht. Aber wundern würde es mich nicht.
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Sebastian

Erleuchteter

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12

Mittwoch, 4. April 2012, 23:24

Auch in dieser Hinsicht machen viele westliche Länder die entsprechend hetzen doch nichts anderes, nur unter einem anderen Deckmantel. Ich glaube nicht dass die toten Zivilisten im Irak oder Afghanistan die toten Zivilisten vom 11. September rechtfertigen? Einer der wenigen klaren Unterschiede dürfte wohl sein, dass die westlichen Länder ihr eigenes Volk etwas besser behandeln, aber ebenso belügen und betrügen um die Interessen einiger weniger Machthaber durchsetzen zu können.
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Dany Robert Hunselar


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jh

Redakteur (jh)

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13

Mittwoch, 4. April 2012, 23:39

Ja, die westlichen Länder rechtfertigen ihre militärischen Aktionen oft mit dem Kampf um Demokratie und Menschenrechte und auch ich glaube, daß dies nur vorgeschoben ist und es in Wirklichkeit um andere Interessen geht. Das sieht man auch daran, daß die einen Diktaturen bekämpft werden, die anderen aber noch unterstützt werden, weil sie z. B. angeblich für "Stabilität" sorgen. Das sieht man gut an den Beispielen Hussein und Gaddafi, die je nach Interessenlage mal Freund, mal Feind waren.

Trotzdem kann man die westlichen Länder nicht mit den Diktaturen in der islamischen Welt oder in anderen Teilen der Dritten Welt auf die gleiche Stufe stellen, auch wenn einige westlichen Länder im Säbelrassen den Diktaturen in nichts nachstehen. Die westlichen Länder behandeln ihr Volk nicht nur "etwas besser", um Dich an dieser Stelle einmal zu zitieren, sondern ganz erheblich besser. Im Westen muß man nicht um seine Freiheit oder gar um sein Leben fürchten, wenn man die Regierung kritisiert. Auch wenn in den USA oder in Westeuropa nicht alles perfekt läuft, so sind es doch zumindest nach innen hin demokratische Rechtsstaaten. Zwar sind auch im Westen viele Menschen unzufrieden, doch immerhin können sie ihre Unzufriedenheit äußern. Wenn man z. B. die Wahl hätte, entweder in den USA oder im Iran zu leben, dann fiele wahrscheinlich nicht nur bei mir die Antwort ziemlich eindeutig aus.
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Sebastian

Erleuchteter

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Beiträge: 38 823

14

Mittwoch, 4. April 2012, 23:58

Klar, da gebe ich Dir recht. Trotzdem gibt es unheimlich viel Manipulation, um das Volk auf der Seite der jeweiligen Staaten zu halten. Und man versucht die Leute mit Angenehmlichkeiten ruhig zu stellen. Wie man es am Beispiel von Grass sieht, gibt es keine vollkommende Meinungsfreiheit. Sobald es in 2-3 bestimmte Richtungen geht, bekommt man direkt den Volksverhetzungs-, Antisemitismus-, Rechtsradikalismus-, Ausländerfeindlichkeits-, oder (um mal in die andere Richtung zu gehen) Stasi-/DDR-Verharmlosungs-Knüppel ab. Bis zum Fall der Mauer hatte man eben noch den Ostblock als Feind, deswegen ging es damals ebenso gegen die Linken als gegen die Rechten. Heute hat sich das entsprechend verlagert: Die Diktatoren der arabischen Länder sowie die rechtsgerichteten sind die Feinde der westlichen Welt. Sobald man versucht Themen die diese Dinge betreffen, auch mal von der anderen Seite zu betrachten (siehe Grass oder Sarrazin), bekommt man direkt den Knüppel ab, egal wie es argumentiert war, wie rücksichtsvoll man das Thema angegangen hat usw.. Und wenn man in der Öffentlichkeit steht oder einen entsprechenden Beruf nachgeht (siehe Hohmann, Hermann, Sarrazin) wird man systematisch verfolgt, Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen (siehe Hermann), man lädt die Leute in Talkshows ein und behandelt sie wie in einem Schauprozess (Hermann, Sarrazin) und sie werden beruflich gnadenlos abgesägt. Meinungsfreiheit ist was anderes!

Natürlich geht es den Leuten in den "Demokratischen" Ländern besser, was nicht zuletzten am Kapitalismus liegt. Aber der Kapitalismus und das Zinssystem baut sich auf Schulden auf, was ein vorprogrammierter Niedergang der Systeme ist. Bislang wurde das jeweils durch große Kriege ausgeglichen und wie auch Herr Grass berechtigterweise befürchtet, steht so ein großer Krieg unter Umständen wieder bevor.

Demokratie im eigentlichen Sinne wird in keinem Land vollzogen. Und vollkommen frei fühle ich mich nicht. Natürlich könnte es viel viel schlimmer sein, aber ich fühle mich in meinen Freiheiten nicht unerheblich eingeschränkt. Trotzdem muss man sagen, dass wir in der BRD seit den 50er Jahren bzw. seit den 90er Jahren in eine der besten Zeiten leben, die wir bislang hatten. Trotzdem ist nicht alles Gold was glänzt und man sollte nicht aufhören, selbst zu denken und kritisch zu hinterfragen. Und die halbe Demokratie, die im Westen vollzogen wird, ist nicht das Maß aller Dinge, so wie es gerade in den Medien uns fast täglich vorgepredigt wird.
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Dany Robert Hunselar


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jh

Redakteur (jh)

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15

Donnerstag, 5. April 2012, 00:21

Und wenn man in der Öffentlichkeit steht oder einen entsprechenden Beruf nachgeht (siehe Hohmann, Hermann, Sarrazin) wird man systematisch verfolgt, Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen (siehe Hermann), man lädt die Leute in Talkshows ein und behandelt sie wie in einem Schauprozess (Hermann, Sarrazin) und sie werden beruflich gnadenlos abgesägt. Meinungsfreiheit ist was anderes!


Aber die genannten Personen hatten immerhin das Recht, ihre Meinungen zu publizieren und auch in den Medien öffentlich zu machen. Wie sie in der Öffentlichkeit behandelt worden sind, steht auf einem anderen Blatt. Die Repression, wenn man es so nennen kann, ist hier nicht durch die Staatsorgane erfolgt. Und auch das Gedicht von Grass ist schließlich in verschiedenen Zeitungen abgedruckt worden, also kann meiner Meinung nach nicht davon die Rede sein, daß man ihn die Meinung verbietet. In vielen anderen Ländern hat man aber nicht einmal die Möglichkeit, sich kritisch zu äußern, weil man dann gleich ins Gefängnis kommen würde. Ich bin auf jeden Fall der Überzeugung, in einem freiheitlichen Rechtsstaat zu leben und fühle mich in keiner Weise irgendwie eingeschränkt. Klar gibt es nirgendwo eine hundertprozentige Demokrate (am ehesten vielleicht noch in der Schweiz) und ich habe ja auch gesagt, daß im Westen und auch bei uns nicht alles perfekt ist.

Ich stimme Dir zu, daß man alles hinterfragen sollte und die Dinge auch von der anderen Seite betrachten sollte. Aber genau das habe ich in dieser Diskussion über den Iran bisher ein bißchen vermißt, es erschien mir ein bißchen zu einseitig, weil die Rolle des Iran als Diktatur und die Drohungen, die vom Iran ausgehen, meiner Meinung nach zu kurz gekommen waren.

Das soll dann aber auch mein letzter Beitrag zu diesem Thema gewesen sein,
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Sebastian

Erleuchteter

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16

Donnerstag, 5. April 2012, 00:29

Eben, deswegen ist das Gedicht von Grass eine tolle Sache, weil es die Leute zum Nachdenken und Diskustieren anregt. Mit der SS-Keule oder der Antisemitismus-Keule anzukommen ist für mich einfach nur unterste Schublade. Und das ist das Problem an den modernen "Demokratien": Es ist vieles nicht so offensichtlich wie es in diversen Diktaturen ist. Und wenn viele seine Meinung oder kritische Fragen nicht äußern, weil sie um ihre Existenz bangen müssen ist das für mich ein Zeichen dafür, dass eben KEINE vollkommene Meinungsfreiheit existiert. Es passiert einfach unheimlich viel verdeckt und subtil, sodass viele garnicht merken, was eigentlich los ist. Dass wir in keiner richtigen Demokratie leben, beweisen Dinge wie der Euro, die Tatsache, dass Wulff Bundespräsident wurde oder eben die subtile Unterdrückung von bestimmten Meinungen und Strömungen.

Es ist eben einfach nur heuchlerisch von Freiheit, Frieden und Demokratie zu predigen, dann aber Krieg, Elend und Leid über die Welt (sowohl durch den Kapitalismus und der damit verbundenen wirtschaftlichen Ausbeutung armer Länder als auch durch Kriegstreiberei und Überfälle anderer Staaten) zu bringen.
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Conrad

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17

Freitag, 13. April 2012, 19:42

So, ich hoff, ihr habt kein Problem damit, wenn ich mich jetzt auch noch einmische. ;)
Ich möchte nur anfügen, dass die Friedensbewegung Grass verteidigt hat. Niemand hat das Recht auf einen präventiven Erstschlag.
In der Wochenendausgabe der Süddeutschen vom 31. März/1. April war eine halbseitige Anzeige aus der Friedensbewegung, bis dahin mit 1767 Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern: "Friedens- statt Kriegspolitik im Irankonflikt - Sanktionen und Kriegsdrohungen sofort beenden"
Die kann man unter www.friedenskooperative.de/themen/iranerkg.htm finden.
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Sebastian

Erleuchteter

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Beiträge: 38 823

18

Freitag, 13. April 2012, 19:49

Das finde ich eine gute Sache. Das Thema Präventivkrieg ist recht komplex. Ich finde, dass diese Argument einfach Missbraucht wird, weil der Westen allen "gegnern" Kriegsabsichten vorwerfen. Auch bzgl. Nordkorea, die eine Weltraumrakete gestartet haben, mit der man auch Atombomben verschicken könnte. Ich finde es paradox, dass Länder, die andere Länder reihenweise angreifen, massenweise Atombomben und andere Massenvernichtungswaffen besitzen (und mehrfach eingesetzt haben!) anderen Ländern bei denen das nicht so ist oder nur bedingt so (ich sage nicht dass Iran oder Nordkorea harmlose und freiheitliche Staaten sind!), genau dies vorwirft, um sie aus diesem Grund anzugreifen.
Wenn der Iran oder damals der Irak massenweise Kriegsgerät auffahren lassen würde und alles im Rahmen der Möglichkeiten auffahren würde, was militärisch geht und dies in Richtung Isreal oder USA, dann wäre das u.u. eine andere Sache und sogar ich würde ggf. einen Präventivschlag nicht verurteilen - nur ist es eben so, dass immer wieder sachen behauptet werden die so nicht stimmen oder so nicht zu beweisen sind und dass diese Behauptungen und diese Aggressionen von Ländern kommen, die selbst alles andere als eine weiße Weste haben.
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Sebastian

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19

Montag, 4. Juni 2012, 09:02

Die BRD liefert Israel U-Boote, die anschließend mit Nuklearsprengköpfen ausgerüstet werden... da fehlt mir einfach die Logik....!!
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Dany Robert Hunselar


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20

Montag, 4. Juni 2012, 13:29

Die BRD liefert Israel U-Boote, die anschließend mit Nuklearsprengköpfen ausgerüstet werden... da fehlt mir einfach die Logik....!!
Es ist eine Schande und bedrückend, dass wir Deutschen uns mitschuldig machen an einem Krieg gegen das iranische Volk, das uns nie bedroht, uns nichts getan, uns nichts genommen hat - und das nur, weil eine amerikanophile und philosemitische Kanzlerin den Israelis die Nibelungentreue schwört, ohne auch nur den Dunst einer demokratischen Legitimation dafür zu haben.

Nach Merkels Worten müsste die Bundeswehr bereits in dem Fall an der Seite israelischer Angriffsarmeen stehen, in dem sich der Iran gegen die israelische Aggression zur Wehr setzt. Ich hoffe, dass es nicht soweit kommt, und wenn doch, dass die Deutschen endlich gegen ihre Regierung aufstehen.

Ausserparlamentarische Opposition
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