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sk

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 13. April 2002

Beiträge: 36 695

1

Donnerstag, 16. Juli 2009, 21:17

Gedichte

Schreibt von euch jemand gedichte? Oder hat von euch jemand lieblingsgedichte? Also mein Lieblingsgedicht ist "Des Dichters Berufung" von Nietzsche.

Aber hier erstmal eins von mir. Ist aus dem Jahr 2004 glaube ich. Habe von 2005 - 2007 ein paar Gedichte geschrieben, habe aber in letzter zeit nicht mehr so sehr die Muse dazu.


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Aus alten Tagen

Wer kennt sie nicht,
Aus alten Tagen,
Die Märchen, Geschichten
Mythen und Sagen
Vom armen Reinhold,
den jungen Riesen
oder den beiden
welche Max und Moritz hießen

Ach welch schöne Stunden
Haben wir daheim gefunden
Wenn man nicht ins Bette wollte
Die Mutter dann ein Buch herholte
Man ganz brav in der Stube saß
Während Mutter die Geschichten laß

Das Büchlein aus den Kindertagen
Wird heute mißhandelt und geschlagen
Wird gekürzt und wird geschmäht
Weil’s das Kinde nicht verträgt
Da politisch nicht korrekt
Nimmt man es der Jugend weg!

Dieser schlimmen Hetze wegen
Sollte man entgegen
Allen Schein und allen Trug
Das gute Kinderbuch
Sowie Kultur und Sprache
Wahren und behüten
Damit es jeden
- vom Knaben bis zum großen Mann –
belehren und erheitern kann.


Sebastian Kuboth / 25.XII.2004

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„Ich will nicht sagen, dass ProSieben lange Werbung macht, aber während des letzten Werbeblocks ist der Mond doch merklich weitergezogen.„
Dany Robert Hunselar


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gh

Redakteur (gh)

Registrierungsdatum: 2. Mai 2009

Beiträge: 2 326

2

Donnerstag, 16. Juli 2009, 22:05

Hatte mal meiner Schwester ein Gedicht per Telegramm geschickt zur Geburt ihres ersten Kindes. Meine Mutter meinte, sie hätte geheult. Als ich ein paar Jahre später noch eines machte und einer guten Freundin zur Geburt ihres zweiten Kindes im Krankenhaus persönlich abgab, fing sie auch an zu heulen. War mir etwas peinlich. Sie hatte das Gedicht später von einem Kalligraphen auf besonderem Papier schreiben lassen und dann eingerahmt. Würde die Gedichte aber jetzt nicht mehr hinbekommen, müsste sie anfordern.

"RTL macht im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht mehr Fernsehen, sondern Gewinn. Das Programm wird nur billigend in Kauf genommen."

(Geert Müller-Gerbes, Journalist & TV-Moderator)


"Die Zuschauer sind gar nicht so dumm, wie wir sie mit dem Fernsehen noch machen werden."
(Hans-Joachim 'Kuli' Kulenkampff, Schauspieler & Quizmaster)

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ck

Redakteur (ck)

Registrierungsdatum: 17. Februar 2009

Beiträge: 3 335

3

Freitag, 17. Juli 2009, 06:37

Ich liebe die Gedichte von Erich Fried und Shakespeares Sonette, besonders das 116.
Selbst habe ich schon lange keine mehr geschrieben, eine Zeit lang dafür aber recht viele, alle ohne Reime, weil mir Reime nicht liegen.
Sind aber alle eher düster, weil mir irgendwie das Talent dafür fehlt, über positive Dinge zu schreiben.
Beispielsweise das hier:
Worte
Sie sagten ihr
sie solle ihre Probleme
für sich behalten
und sie häufte sie
in ihrer Seele
zu unüberwindbaren Bergen an

Sie sagten ihr
sie solle nicht weinen
vor ihnen
und sie sammelte
ihre Tränen in sich
in unendlich tiefen Seen

Sie sagten ihr
sie könne keine Hilfe
von ihnen erwarten
und sie verzweifelte
an ihrer Seelenlandschaft
durch die kein Licht mehr drang

Ihnen fehlten dann
schließlich die Worte
als sie ihren kalten Körper fanden
mit der Spritze
voller tödlichem Vergessen
noch im Arm


Inzwischen habe ich aber festgestellt, dass mir Prosa mehr liegt als Lyrik und schreibe eher Geschichten. Wobei mir daran während eines Schreibkurses zeitweise die Lust vergangen ist.
Irgendwer wird immer unzufrieden sein, wir sollten das akzeptieren. So bleibe ich immer happy. (Dr. House)
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pepe68

Fortgeschrittener

Registrierungsdatum: 30. November 2008

Beiträge: 532

4

Samstag, 18. Juli 2009, 11:14

In der Schule mussten wir ab und zu Gedichte schreiben - ich habs nie hinbekommen
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sak

Administrator (sak)

Registrierungsdatum: 26. Juli 2007

Beiträge: 3 011

5

Samstag, 18. Juli 2009, 11:51

Ich bin kein Freund von Gedichten - selber schreiben kann ich sie nicht, Gedichtinterpretation in der Schule habe ich abgrundtief gehasst und zu den allerwenigsten Gedichten finde ich einen Zugang. Gedichte sind einfach nicht meins.
"Wir sind alle Individuen!" - "Ich nicht!"
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cs

Redakteur (cs)

Registrierungsdatum: 23. Oktober 2009

Beiträge: 896

6

Freitag, 23. Oktober 2009, 21:58

Gedichte - eines meiner Lebenselixiere!

Was bleibt ...

Dichtkunst fasst ein Stück vom Leben

willst Reimen Klangestalt nun geben

Verse nun in Strophen paaren

und Dich im Rückblick selbst erfahren



Die Feder ihre Bahnen zieht

Worte, Klang, Erinnerungen liebt

durch Bildersturm und Reflexion

ergießt sich im poetischen Lohn

und lässt zurück der Zeilen Schrei:



"Vorbei, vorbei - alles vorbei ..."


Stirb und werde

Von Geburt an

alle Zeit

Alles flieht zur Endlichkeit



Nur nach dem Morgen

kein Zurück

Gegenwart bleibt Augenblick



und zwischen Streben

Sterben und Sein

stehst Du - Kreatur

schaudernd - allein



Bist lichtgeboren

aus Ewigkeit

doch Knecht Deiner Geworfenheit



Kannst doch niemals aus Dir zieh'n

alles

auch Du

muss verblühen
An selbst gebauten Mauern scheitert jederlei Befreiungsversuch!
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sk

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 13. April 2002

Beiträge: 36 695

7

Samstag, 24. Oktober 2009, 08:24

Sehr sehr geil. Ich bin für meinen Teil schon leider lange nicht mehr dazu gekommen, Gedichte zu schreiben. Mal schauen, ggf. kommts mal wieder...
„Ich will nicht sagen, dass ProSieben lange Werbung macht, aber während des letzten Werbeblocks ist der Mond doch merklich weitergezogen.„
Dany Robert Hunselar


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cs

Redakteur (cs)

Registrierungsdatum: 23. Oktober 2009

Beiträge: 896

8

Sonntag, 25. Oktober 2009, 14:57

Eins geht noch.

Wunderbare Jahre

Am Fenster hat es einst begonnen
geschmiegt an einen Teddybär
wurden aus den Wolken Schlösser
Schätze galt es da zu finden

Zwischen Sandkasten und Fussball
verlor sich das erste Gold
und mit dem Fahrrad begann das Ende
fuhr man der Unschuld schnell davon

Noch heute weiß ich um Deinen Duft
um Sonnenschein und Regentanz
Der Geschmack des ersten Kusses
wird die Schule überdauern

Ich spüre fern noch Deinen Schweiß
und alte Lieder kann ich summen
Bier und Salzwasser auf der Zunge
nackt und frierend nachts am See

Stadt, die mich zum Manne machte
Licht und Schatten auf Deinen Gassen
Ideen kamen - Träume gingen
neue Gesichter und neue Welten

Weißt Du wohin die Reise führt?
Fort, nur fort aus Kindestagen
ungewiss sind unsere Wege
ich glaube, es war eine gute Zeit
An selbst gebauten Mauern scheitert jederlei Befreiungsversuch!
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sk

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 13. April 2002

Beiträge: 36 695

9

Sonntag, 25. Oktober 2009, 15:19

sehr geil. erinnert mich an eines deiner gedichte in deinem buch, was dort zu meinen favoriten gehörten. Wie das heisst, weiss ich grad leider nicht.
„Ich will nicht sagen, dass ProSieben lange Werbung macht, aber während des letzten Werbeblocks ist der Mond doch merklich weitergezogen.„
Dany Robert Hunselar


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cs

Redakteur (cs)

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Beiträge: 896

10

Sonntag, 25. Oktober 2009, 16:16

Ich weiß gerade nicht, welches Du meinst. Kannst es bei Gelegenheit ja nachschlagen ...
An selbst gebauten Mauern scheitert jederlei Befreiungsversuch!
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sk

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 13. April 2002

Beiträge: 36 695

11

Sonntag, 25. Oktober 2009, 16:30

GIng um Kinder und loslassen und so. Jo muss ich ma gucken. Steht ja hier irgendwo im Regal zwischen Kästner und NIietzsche :D
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Dany Robert Hunselar


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cs

Redakteur (cs)

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Beiträge: 896

12

Sonntag, 25. Oktober 2009, 16:36

Tu das, denn jetzt grübel ich noch mehr!
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sk

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 13. April 2002

Beiträge: 36 695

13

Sonntag, 25. Oktober 2009, 16:39

Es ist das Gedicht Wachstum
Hab grad mal nachgeschaut
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Dany Robert Hunselar


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Beiträge: 896

14

Sonntag, 25. Oktober 2009, 17:30

Ah, wir lesen aus den Zeilen zwei verschiede Geschichten. Deshalb wusste ich auch nicht wovon Du sprachst.
Die Perspektive des Erwachsenwerdens habe ich nocht gar nicht gesehen. Ja, das weiß zu gefallen.
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sk

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 13. April 2002

Beiträge: 36 695

15

Sonntag, 25. Oktober 2009, 17:41

Sowas ist der idealfall, wenn jeder seinen eigenen Sinn aus solchen Gedichten ziehen kann.
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cs

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Beiträge: 896

16

Sonntag, 25. Oktober 2009, 22:15

Richtig!

Und deshalb gibt es gleich noch eine Zulage:



Flügelschlag

Schweigt der Menschen stummes Sehnen

dieser Leere leuchtend Launen

nie

wehen einst der Träume Flügel

mir

das Herz wohl aus der Brust ...
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cs

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Registrierungsdatum: 23. Oktober 2009

Beiträge: 896

17

Freitag, 13. November 2009, 15:53

Gen Abend

Die Sonne sinkt

der Mittag weit

da lege ich ab das Wortekleid

dem Versucher-Gott zu Füßen



Habe seine Ohren

in seinem Labyrinth

die Feder schwer und leer nun find

Der Grieche lächelt mit smaragder Schönheit



Die Sonne sinkt

letztes Glück und Licht

mir ist's, als ob mein Saitenspiel bricht

Dunkler Gott, reiche mir den Wein des Vergessens



Hier bin ich - nun kein Dichter mehr
An selbst gebauten Mauern scheitert jederlei Befreiungsversuch!
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cs

Redakteur (cs)

Registrierungsdatum: 23. Oktober 2009

Beiträge: 896

18

Montag, 1. Februar 2010, 20:33

Heimstatt

An vielen Feuern saß ich still

und hab' so manchem Wort gelauscht

mit Freund, mit Fremden - einerlei

lag ich im Rauch, lag ich berauscht



Und allerorten harrte Sehnsucht

wechselte nur ihr Gewand

bald schon sang sie mir ihr Lied

wehmütig mich das Fernweh fand



So führten weit mich meine Pfade

nie blieb lang das Sehnen still

freudlos scheint Dir jede Bleibe

wenn Herz stets weiter will



Rastlos zieh' ich meine Runden

Jahreskreis um Jahreskreis

der Wind nimmt mit sich meine Klage:

Weh' dem, der nichts von Heimat weiß
An selbst gebauten Mauern scheitert jederlei Befreiungsversuch!
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Sebastian

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 13. April 2002

Beiträge: 36 695

19

Freitag, 23. März 2012, 00:45

Ein herrliches Gedicht zu einer Geburt vom 1. Januar 1907, das ich in einem Brief gefunden habe, möchte ich Euch nicht vorenthalten. Der Stil, wie das Gedicht verfasst wurde, trifft genau meinen Geschmack. Einfach, positiv und eindringlich:

http://www.geschriebene-geschichte.de/18…13-gedichte.htm

Ich selbst habe schon lange kein Gedicht mehr geschrieben.

Schreibst Du noch, cs? Deine Gedichte habe ich sher genossen.
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Dany Robert Hunselar


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cs

Redakteur (cs)

Registrierungsdatum: 23. Oktober 2009

Beiträge: 896

20

Mittwoch, 28. März 2012, 18:16

Ja, immer mal wieder packt mich die Muse, ist jedoch seltener geworden. Den Grund hierfür habe ich selbst schon öfters gesucht. Zu sehr lenkt mich das Leben wohl ab. Aber für Dich ziehe ich eines aus der Tasche! :D
Wunderbare Jahre II
Ich weiß wohin die Reise führt
immer fort ins Ungewisse
in neue Träume – zu neuen Zielen
neue Wege – neue Welten

Tage werden grauer sein
leerer wird das Glas Dir scheinen
doch ich weiß der Pfad führt weiter
niemals lasse Dich beirren

Nur Du weißt um das eigene Glück
Du allein kannst heim Dich führen
verliere nie den Mut zu wagen
auch wenn die Zeiten einsam walten

Auf rauer See lernst Du das Schwimmen
Du bleibst nicht heil – so lernst Du heilen
Narben tragen sich mit Stolz
wenn man aufrecht mit ihnen steht

Auf allen Vieren musst Du kriechen
Dich einmal gar selbst verleumden
Lug und Trug werden Deiner harren
halte immer fest an Dir

Denn Du kannst die Saat austragen
kannst gestalten – kannst einlenken
fass' den Augenblick stur im Herzen
bleibe Dir der treueste Freund

Ich weiß, wohin die Reise führt
fort, nur fort aus Kindestagen
unbeschwert wirst Du nicht bleiben
aller Wandel dient der Zeit
An selbst gebauten Mauern scheitert jederlei Befreiungsversuch!
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