Der Rechenrahmen (Abakus) ist eines der ältesten Rechengeräte der Welt und stammt aus Asien.
Rechenweise des Abakus, so wie ich sie kenne:
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Rechenweise eines anderen Abakus-Typs:
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Im Orient wurden dagegen im Altertum sogenannte Rechentafeln benutzt, aus denen der Schotte John Napier die sogenannten
Neperschen Rechenstäbe entwickelte. Aus diesen wurden dann die Rechenschieber entwickelt, die oft auch als Rechenstäbe bezeichnet werden, obwohl nicht ganz korrekt. Manko der Rechenschieber sind die fehlenden Additions- und Subtraktionsmöglichkeiten, einige wenige hatten darum auf der Rückseite Hilfstabellen zum Addieren und Subtrahieren. Hauptfunktion war aber das Multiplizieren und das Dividieren.
Rechenweise eines Rechenschiebers:
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Grundstellung des Rechenschiebers
Auf den äußeren Schienen sind zwei Skalen (1) und (4), die gleichlautend auf der inneren Schiene (2) und (3) enthalten sind. Die Abstände zu den größeren Zahlen verlaufen logarithmisch.
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Beispiel einer Multiplikation 22x5
Aufgrund der Eigenart der Rechenschieber gilt dieses Beispiel auch für das Vielfache der Zahlen (2,2x5 / 22x5 / 22x50 / 220x5 / 2,2x500 etc.). Die 1 auf der inneren Schiene wurde auf die 22 der äußeren Schiene geschoben, dann wurde das Ergebnis oberhalb des Multiplikators abgelesen.
Wo das Komma letztendlich hinmusste, musste der Benutzer im Kopf durch eine grobe Überschlagsrechnung bestimmen.
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Hier das Bespiel einer Division 4:8 (bzw. 40:8, 400:8, 4:80, 40:8 etc., blau umrahmt). Das Ergebnis ist grün umrahmt
Auch hier musste der Benutzer im Kopf durch eine grobe Überschlagsrechnung bestimmen, wo das Komma hinkommt.
Es wurde also immer noch Kopfarbeit verlangt bei beiden Rechensystemen, erst der Taschenrechner nahm auch das ab.
Soweit der kleine Exkurs, den ich hier lediglich zum Verständnis eingefügt habe, nicht zur Belehrung.
Offensichtlich sind diese Rechenarten vollkommen in Vergessenheit geraten, insbesondere der Rechenschieber. Lediglich der Abakus ist vielen noch bekannt, aber wohl eher als Kinderspielzeug, nicht als Recheninstrument. Ich schätze, in 20 Jahren werden auch die bald vergessen sein. Die Begriffe Abakus und Rechenschieber werden heute ja schon oft verwechselt, weil man kaum noch weiß, was was ist. Wenn auch die letzten Personen den Weg allen Fleisches gegangen sein werden, die noch einen Rechenschieber benutzten, wird wohl kaum noch jemand diese Begrifflichkeiten korrekt verwenden.
Das ist kein Vorwurf, lediglich eine (für mich erkenntnisreiche) Feststellung, wie angesichts technischer Veränderungen und Entwicklungen historische Begrifflichkeiten durcheinander geworfen werden. weil man vieles einfach nicht mehr selbst kennt. Wer weiß, wie viele in den Geschichtsbüchern enthaltene Informationen noch falsch sind, nur weil man es eben nicht mehr selbst kennt und daher Vermutungen anstellt. Gibt einem doch zu denken, oder?
So wird es auch bei den 70er, 80er und 90er-Shows sein. Gerade bei den 70er-Shows erhält man oft den Eindruck, die ganze Welt wäre in Schlaghosen rumgelaufen oder in Glitzerfummel. Dabei waren Schlaghosen lediglich die Disco-Ausgeh-Hosen, gelegentlich auch mal zur Schule und in der Freizeit, Glitzerfummel wurde nur auf der Bühne getragen, nie von Disco-Besuchern - es sei denn, es waren Promis, die ohnehin auffallen wollten. Infos werden schon innerhalb kürzester Zeit verfälscht, wenn man die Infos (= Zeiten) nicht aus erster Hand erlebt hat.
Meine Frage nach den Rechenschiebern ist jedenfalls genau in die Richtung gelaufen, die ich vermutet hatte.